Die Hs. B enthielt den Merlin in der Form wie die spanischen Drucke und fols. 75-230 der Huth-Hs., und zwar genau in derselben Form wie diese. Die Vorlage des Schreibers von B war ein torso, d. h. eine verstümmelte Hs. der Trilogie des pseudo-Robert de Borron, in welcher am Anfang die Estoire und am Ende ein Teil des zweiten und das ganze dritte Buch fehlten, und in welcher Angabe I am Ende des Merlin (das ist wichtig) und Angabe II an der der Huth-Hs. entsprechenden Stelle stand. Angabe I, die in seiner Vorlage keinen Sinn hatte, rückte der Schreiber von B bis zur Mitte seiner Abschrift vor. Der Schreiber der Huth-Hs. wußte nicht, daß der Merlin, den er aus A abgeschrieben, verschieden war von dem der Hs. B. So war der Schreiber der Vorlage von B für die Stellung der Angabe II, der von B für die der Angabe I, der Schreiber der Huth-Hs. für die Vereinigung der Hss. A und B verantwortlich.

Die spanischen Drucke und die Hs. No. 643 zu Lissabon zusammen ermöglichten mir zu zeigen, daß sowohl Spanier wie Portugiesen demanda nicht nur im eigentlichen Sinne, d. h. in dem von "Queste", "Suche" gebrauchten, sondern auch zur Bezeichnung der ganzen Trilogie. Im spanischen Text wird das erste den Merlin und einen Teil der Suite du Merlin enthaltende Buch el primero, und das zweite, die Galahad -Queste und Mort Artus enthaltende, el segundo libro de la demanda del sancto Grial genannt. In der Hs. No. 643 wird Liuro de Josep abaramatia, d. h. die Estoire (nicht der Joseph ), mit aprimeira parte da demanda do sancto grial bezeichnet.

Die spanischen Drucke gaben mir ferner das Mittel an die Hand zu beweisen, daß der Merlin, wie ihn die Huth-Hs. bietet, ebensowenig zur Trilogie gehört wie der Joseph. Das Kolophon der portugiesischen Hs. No. 643, die (spät und gekürzt) an sich von geringem Interesse ist, lautet wie folgt:

E agora se cala a istoria de todas estas linage~s que de Cecidones sairão e torna aos outros Ramos que chama estoria Demerlim que combem por toda maneyra jumtar com a estoria do graal por que he dos ramos e lhe pertence.[30] E saibão todos aqueles que esta Estoria ouuyrem que esta estoria era jumtada com ademerlim na quai he comemçamento da mesa redomda E A nacemça de Artur. E comemçamento das avemturas. mas por noso livro nom ser muy grãde repartimolo cadahu~u Em sua parte por que cadahu~u por si serão milhores Detrazer Aquy se acaba este livro. O nome de Deus.

Dieses Kolophon machte es mir möglich, nachzuweisen:

1. daß die Estoire kurz das Buch des Joseph von Arimathia genannt wurde, ein Umstand, der eine Verwechslung desselben mit Robert de Borron's Joseph durch den Schreiber der Huth-Hs. nicht für unmöglich erscheinen läßt. Er mochte gehört haben, daß der Suite du Merlin, Joseph und Merlin vorangingen, aber den Unterschied zwischen diesen und den Prosaredaktionen der Gedichte Robert de Borron's nicht gekannt haben,

2. daß das erste Buch der Trilogie die Estoire und den Merlin enthielt, dessen Weglassung der Schreiber motiviert.

Somit konnte ich den Inhalt des ersten und dritten Buches der Trilogie des pseudo-Robert de Borron, den die Huth-Hs. andeutet, auf klare und einfache Weise mit Hilfe des vorhandenen Materials bestimmen, und es bleibt nur übrig, den Inhalt des zweiten, so weit als möglich, zu bestimmen. In das zweite Buch gehören: 1. fols. 75-230 der Huth-Hs., 2. fols. 22-58 der Hs. No. 112, und 3. eine Anzahl von Blättern (wie viele läßt sich nur annährend [vgl. infra, S. XXV] bestimmen), auf denen, unter anderen Ereignissen der Tod des Königs Pellinor durch die Hand Gawains erzählt wird, eine Begebenheit, welche im dritten Buche der Trilogie erwähnt wird, und Abenteuer, die mit Gaheriets Besuch der Isle Merlin in Zusammenhang stehen (vgl. infra S. XLVIII).

Als ich im Jahre 1907-8 die Artikel in der Romania und Modern Philology schrieb, glaubte ich auch den auf S. XX erwähnten Auszug aus dem Lancelot hierher rechnen zu müssen. Über diesen Punkt habe ich seitdem meine Meinung geändert. Heute glaube ich nicht mehr, daß dieser Auszug je zur Trilogie oder zu dem zweiten Teil des Tristan gehört hat, selbst wenn er in die eine oder andere Hs. der Trilogie aufgenommen worden wäre, wie er tatsächlich in sechs Tristan -Hss. und in Le Morte Darthur zu finden ist.

In den zweiten Teil des Tristan wurden ein gutes Stück der Vulgat-Queste[31] und einige Bruchstücke der Trilogie-Queste[32] aufgenommen, aber von dem Lancelot selbst nichts, davon kann man sich durch ein Studium der Hss. oder der Analyse E. Løseth's[33] überzeugen. Ich glaube, daß der genannte Auszug aus dem Lancelot durch irgend einen Schreiber seiner Tristan -Hs. beigefügt worden ist. Die Tristan -Hss., in denen uns derselbe erhalten ist und zu denen auch die von Sir Thomas Malory benutzte gehörte, stammen von dieser Hs. ab. Durch eine Tristan -Hs. dieser Familie mag der Auszug auch in einige Hss. der Trilogie des pseudo-Robert de Borron gelangt sein, so viel wir aber bis jetzt wissen, ist keine der Hss.,[34] weder mit oder ohne diese Einschaltung, erhalten geblieben.