Siebentes Kapitel.
Krankheiten der Nase.

Entzündung und Anschwellen der Nase.

Dieses kann durch Verletzungen, z. B. Schläge, Fallen, Schneiden, hervorgerufen werden. Arnica ist hierbei das vorzüglichste Mittel, eine schwache Auflösung sollte zur Waschung der Nase dienen; es wird gleichzeitig das Bluten, das durch einen harten Schlag verursacht wurde, stillen.

Nasenbluten (Epistaxis).

Nasenbluten kommt sehr häufig, besonders unter jungen Leuten vor und erfordert selten irgend welche Behandlung. Ein leichter Schlag oder Niesen, sowie auch ungewöhnliche Hitze kann bei manchen Leuten schon die Veranlassung dazu werden. Es ist der Ueberfüllung der Blutgefäße des Kopfes zuzuschreiben und gewährt eher Linderung als das Gegentheil.

Behandlung.

Eclectische und Kräuterkur. Kalte Umschläge auf die Stirne, die Nase und den Nacken sollten angewendet werden, ein Druck aus den unteren Theil der Nase ist zuweilen hinreichend, dasselbe zu unterdrücken, Verstopfen der Nasenhöhlen mit geröstetem trocknen Rindfleisch oder mit Linnen oder Watte, die zuvor mit einem Geraniumaufguß oder einer Auflösung von schwefelsaurem Zink (Sulphate of zinc) getränkt sind, wird zuweilen zuträglich gesunden werden.

Homöopathisch. Ist die Blutung sehr heftig und kann derselben auf keine andere Weise Einhalt gethan werden, so sollte ein wenig feine Leinwand oder auch Charpie (Lint) mittelst eines starken Fadens durch die Nasenlöcher und den Mund und so lange aufwärts gezogen werden, bis dasselbe gegen die blutenden Gefäße andrückt. Ein bekanntes Mittel ist auch das Gleiten längs des Rückens mit einem Stück Eis oder einem kalten Schlüssel; Halten der Hände über dem Kopfe, welches hin und wieder das Nasenbluten stillt. Wird es durch einen Fall verursacht, so gebe man Arnica, rührt es von Blutandrang nach dem Kopfe her, so gebe man Aconitum, Belladonna oder Bryonia. Ist Ueberanstrengung die Ursache, Rhus. Durch übermäßige Hitze, so liege man ruhig, mit dem Kopfe erhöht, und nehme alle halbe Stunden Bryonia und Aconitum abwechselnd; tritt es zur Nachtzeit ein, gebe man Rhus, Bryonia oder Belladonna abwechselnd alle Abend eine Dosis, wenn des Morgens, Nux vomica oder Bryonia, während eines Schnupfens alle Morgen und Abend Pulsatilla und Arsenicum abwechselnd eine Dosis von jedem, bei Kindern, welche an Würmern leiden, Cina und Mercurius, bei Schwäche auch da, wo diese von Nasenbluten herrührt, gebe man alle halbe oder ganze Stunden eine Dosis Chinin, oder wenn dies ohne Wirkung, Ferrum. Blutklumpen, die sich in der Nase bilden, sollten nicht eher entfernt werden, bis das Bluten vollkommen gestillt ist. Charpie so unter die Oberlippe gepreßt, daß dadurch ein Druck auf die Pulsader ausgeübt wird, wird öfters das heftigste Nasenbluten stillen.

Allöopathisch. Charpie oder ein kleines Stück Filz, in eine starke Lösung von Alaun oder Tannin getaucht, wird zuweilen mit Erfolg angewendet. Es sollte dies so weit als möglich in die Nase gezogen werden. Auch wird in manchen Fällen Mousel’s persalt of iron, 1 Theil auf 10 Theile Wasser, mit Erfolg angewendet.