Wasserkur. Das Wasser leistet bei dieser Krankheit sehr gute Dienste. Der Patient sollte in einen Badzuber voll kaltes Wasser gebracht und lange tüchtig gerieben und sodann ins Bett gebracht und mit trockenen wollenen Zeugstücken wiederum gut gerieben werden. Tritt in einer oder zwei Stunden keine Veränderung ein, so sollte diese Behandlung wiederholt werden.
Dr. Colby von Massachusetts empfiehlt folgende Behandlung: Das Wasser sollte beinahe zum Gefrieren kalt sein und mittelst eines Kruges über den Patienten gegossen werden; etwa ein Eimer (bucket) voll alle fünf Minuten, womit man eine halbe Stunde anhält. Sodann trockne man den Kranken mit trockenen Handtüchern gut ab und wickele ihn in Flanell, bringe ihn ins Bett, wo er zwei oder drei Stunden zubringen sollte, bis ein tüchtiger Schweiß erzeugt ist, woraus der ganze Körper mit kaltem Wasser mittelst eines Schwammes gewaschen wird.
Bemerkung. — Die Behandlung dieser Krankheit sollte immer nur von einem fähigen Arzte unternommen werden, falls ein solcher zu haben ist.
Neuntes Kapitel.
Krankheiten der Zähne, des Zahnfleisches und des Mundes.
Zahnweh (Odontalgia).
Dieses so schmerzhafte Leiden ist nur zu gut bekannt und bedarf keiner weiteren Beschreibung. Einige besitzen dazu erbliche Anlagen, andere ziehen es sich dadurch zu, daß sie sich den Witterungseinflüssen zu sehr aussetzen, oder es kann rheumatischen Ursprungs sein, auch die Zerstörung der Zähne und der unmäßige Genuß von Kaffee und Calomel können es verursachen. Gewöhnlich aber rührt es von schadhaften Zähnen her. Der Nerv des Zahnes wird durch die Beschädigung der Zahnmasse blosgestellt und kommt so mit der Luft und fremden Körpern in Berührung, wodurch jener so äußerst empfindliche Schmerz hervorgerufen wird. Ebenso kann es auch durch die Entzündung der Schleimhaut, welche die Zähne einfaßt (Periosteum), durch Druck beim Kauen, durch Knirschen der Zähne oder auch durch solche Zähne, die höher als die übrigen stehen und deshalb stärker auf die entgegengesetzten pressen, verursacht werden.
Behandlung.