Eclectische und Kräuterkur. Ist die Patientin hartleibig, so gebrauche das Jalappenpulver (Powder of jalap). Lege auf den Unterleib Umschläge von Hopfen oder Rainfarn (Tansy). Amerikanischer Ysop-, Rainfarn-, Ingwer- (Ginger) oder Mutterkraut- (Motherwort) Thee kann oft getrunken werden. Auch mag in kurzen Zwischenräumen die zusammengesetzte Tinktur von Virginischer Schlangenwurzel (Compound tincture of Virginia snake root) gegeben werden. Gegen Hartleibigkeit mögen die bei schwerer Menstruation empfohlenen Pillen aus Aloe, Gummigutt und Entenfuß gegeben werden. Einige Tage vor der Zeit der Periode ist dreimal des Tages eine halbe Theetasse voll Thee aus Eisenhand (auch Eisenkraut, englisch Vervine) zu trinken. Dies wird sehr empfohlen.
Homöopathisch. Aconitum. — Wenn die Unterdrückung durch Schreck oder Erkältung herbeigeführt worden, mit Blutandrang im Kopf und der Brust, geröthetes Gesicht, Uebelsein, Ohnmachtanfälle, Schwindel. Dies Mittel mag abwechselnd mit Bryonia gegeben werden. Bewirken die Arzneien nur theilweisen Erfolg, so gebe man Opium.
Belladonna. — Für robuste Patientinnen, bei denen alle andern Funktionen in Richtigkeit sind. Kopfweh und Pulsiren im Kopfe, geröthetes Gesicht, Blutandrang im Kopf und der Brust, großer Durst.
Bryonia. — Kopfweh und Schwindel, welche durch Bewegung, und wenn die Patientin mit der Bewegung aufhört, vermehrt werden, Schmerz im Magen, saures Aufstoßen, Hartleibigkeit, Nasenbluten.
Pulsatilla. — Dies ist gegen die Krankheit das wichtigste Heilmittel und wird angewandt, wenn die Unterdrückung durch Erkältung verursacht ist, heftiges Kopfweh, namentlich an einer oder der andern Seite des Kopfes, mit schießenden Schmerzen, die sich ins Gesicht, zu den Ohren und Zähnen ziehen; Schwindel mit Ohrensausen, Herzklopfen, kalte Hände und Füße, Hitze, Uebelsein und Erbrechen, Druck im Unterleib, Erstickungsgefühl bei der geringsten Anstrengung, häufige Neigung zum Urinlassen, weißer Fluß, Traurigkeit.
Sepia. — Nervöses Kopfweh mit abwechselndem Frösteln und Hitze, Kolik und Schmerzen in den Seiten, blasse Hautfarbe oder gelbe Flecken im Gesicht, Weinen, hysterische Störungen; namentlich dann anzuwenden, wenn weißer Fluß vorhanden ist.
Veratrum. — Nervöses Kopfweh, Uebelsein und Erbrechen, kalte Hände und Füße, Schwäche und Ohnmachtanfälle.
Sulphur. — Kopfweh, namentlich im Hinterkopf, Gefühl der Schwere und des Vollseins im Kopf, Pulsiren, fahle Gesichtsfarbe mit rothen Flecken im Gesicht, saurer Magen, Druck im Unterleib, Hartleibigkeit, unerfolgreiche Anstrengungen zum Stuhlgang, oder Diarrhöe mit schleimigem Abgang, Hämorrhoiden, weißer Fluß mit Jucken an den Geschlechtstheilen, Schmerzen in den Lenden, Schwerathmen, aufgeregter Gemüthszustand und Traurigkeit. Bei chronischen Fällen, wenn die Patientin sehr schwach ist, gebe entweder China, Graphites, Arsenicum oder Natrum Muriaticum.
Verordnung der Heilmittel. Löse 12 Kügelchen in 12 Theelöffel voll Wasser auf und gebe 1 Theelöffel voll alle 1 oder 2 Stunden, je nach den Symptomen. Wenn der Ausfluß sich nicht einstellt, wohl aber die Symptome gehoben sind, so höre mit der Medizin auf und beginne wieder einige Tage vor der nächsten Periode.