Allgemeine. Da die Krankheit gewöhnlich während des Zahnens eintritt, so sollte stets vor allem nach dem Zahnfleisch gesehen werden. Ist es geschwollen, heiß, hart und roth, so schneide man es auf, was ebensowohl vermittelst eines scharfen Federmessers als mit der Lanzette geschehen kann. Da bei der Behandlung dieser Krankheit viel von der Diät abhängt, so sollte dieselbe sorgfältig geordnet werden. Womöglich sollte das Kind nicht vor dem zweiten Sommer entwöhnt werden, wenn es aber geschehen ist, so möge dann die Diät der Natur jedes einzelnen Kindes angemessen sein. Da in der Regel großer Durst vorhanden ist, so lasse man das Kind so viel Wasser, als es wünscht, haben. Frische Kuhmilch ist unzweifelhaft das beste, was gegeben werden kann. Folgendes Mittel wird vortrefflich gefunden werden: Löse einen Theelöffel voll Milchzucker in drei Tassenkopf Wasser, koche es auf zwei Tassenkopf ein, füge einen Tassenkopf frische Milch hinzu und lasse es das Kind, während es noch warm ist, essen. Wenn Milchzucker nicht zu haben ist, gebrauche man Stückzucker, der erstere ist jedoch bei Weitem besser. Reismehlschleim gibt eine gute Kost. Bereite es wie folgt zu: Man nehme je einen Theelöffel voll Reismehl und Milch, rühre es in einander, füge ein wenig Salz und nahezu ein Pint warmes Wasser hinzu, mische es gehörig und koche es 15 Minuten lang; wenn kalt hat es ungefähr die Dicke von Stärke und muß mit ein wenig Zucker versüßt werden. Ist der Magen sehr schwach, nehme man einen Theil Sahne auf fünf Theile Wasser und füge ein wenig Pfeilwurz (Arrow root), Sago oder Tapioca hinzu. Unter „Kost statt des Säugens“ befindet sich ein von Dr. Meigs empfohlenes Rezept, welches besser ist. Eine andere Sache von Wichtigkeit ist, daß das Kind möglichst viel frische Lust haben sollte. Wenn möglich, schaffe es auf das Land, und wenn dies nicht geschehen kann, lasse es in dem Hofraum, in Parkanlagen oder auf den Straßen herumtragen. Ist das Kind zu krank, trage es aus einem Kissen in ein geräumiges, gut ventilirtes Zimmer. Ein lauwarmes Bad, gelegentlich gegeben, wird zuträglich gefunden werden.

Eclectische und Kräuterkur. Das Hauptmittel bei dieser Krankheit ist der zusammengesetzte Syrup von Rhabarber und Potasche (Compound syrup of rhubarb and potassa) oder die Neutralizing mixture. Man gebe alle halbe Stunde einen Theelöffel voll, bis es auf die Eingeweide wirkt, sodann mögen die Zwischenräume auf drei bis vier Stunden verlängert werden. Es wird gut sein, hieraus einen oder zwei Tage später einen von den nachstehenden Thees folgen zu lassen, nämlich von Brombeerwurzel (Black berry root), Erdbeerblätter und Wurzel (Strawberry leaves and root), Kirschbaumrinde (Cherry tree bark), eine kleine Quantität Zimmet (Cinnamon) und Nelken (Cloves), mit weißem Zucker versüßt. Wenn das Erbrechen stark ist, gebe ein Senfpflaster auf das Rückgrat und über die Gegend des Magens. Bei starkem Erbrechen, Schmerz in den Eingeweiden, Durchfall und Kneipen, wird sich folgende Einspritzung wirksam erweisen: Schlüpfriges Ulmen- (Slippery elm) oder Stärkewasser eine flüssige Unze, zusammengesetzte Tinktur der virginischen Schlangenwurzel (Compound tincture of Virginia snake root), fünf bis zehn Tropfen stachlige Eschbeeren-Tinktur (Tincture of prickly ash berries) zwei flüssige Drachmen. Nehme davon die Hälfte zu einer Einspritzung. Ist die Krankheit besonders hartnäckig und hält eine lange Zeit an, so nehme man Columbawurzel (Colombo), Stachlige Eschbeeren (Prickly ash bark), Swamp mill weed, von jedem, zerstoßen, eine halbe Unze, zwei Pints Branntwein; lasse es ungefähr 10 Tage stehen. Gebe alle 3 oder 4 Stunden einen halben Theelöffel voll in ein wenig versüßtem Wasser. Sind die Entleerungen mehr oder weniger mit Blut gemischt und sind nur schwach bei öfterer Wiederholung, so gebe man folgendes:

Entenfuß (Podophyllin) 2 Grane.
Leptandrin 3
Brechwurz (Ipecac) 3
Weißer Zucker 1 Skrupel.

Stoße alles zusammen in einem Mörser und mache 8 Pulver daraus, wovon alle 3 oder 4 Stunden eines zu geben ist. Nachdem diese auf die Eingeweide gewirkt haben, gebe man eine gelegentliche Dosis des zusammengesetzten Syrups von Rhabarber und Potasche (Compound syrup of rhubarb and potassa). Sicherlich bade das Kind ein- oder zweimal in warmem Saleratuswasser und trockne es mittelst einer sanften Reibung ab. Folgendes wird bei hartnäckigen Fällen empfohlen:

Ammoniak-Opium-Tinktur (Ammoniated tincture of opium) 2 Drachmen.
Extrakt von Blauholz (Extract of logwood) 3
Zusammengesetzter Lavendel-Spiritus (Compound spirits of lavender) 1
Catechu-Tinktur (Tincture of catechu) 2
Gewöhnlicher Syrup 4 Unzen.
Kochendes Wasser 4

Löse den Extrakt von Blauholz (Extract of logwood) in dem Wasser und füge dann die anderen Artikel hinzu. Gebe alle 3 oder 4 Stunden einen Theelöffel voll. Als Trank gebe man Gummi Arabicum, oder schlüpfriges Ulmen- (Slippery elm) Wasser.

Allöopathisch. Wenn das Erbrechen stark und hartnäckig ist, gebe man folgendes:

Kampher (Camphor) 1 Drachme.
Schwefel-Aether (Sulphuric ether) 1 Unze.

Mische es. Dosis: Alle halbe Stunden 10 Tropfen.