Mische dieses und bereite vier Pulver daraus. Dosis: 1 Pulver jede Stunde, oder bei sehr heftigen Anfällen alle halbe Stunde für die ersten zwei oder drei Tage. Nachdem man mit diesem Pulver eine Zeitlang fortgesetzt hat, sollten die Zwischenräume verlängert werden, damit das Morphium den Organismus nicht zu sehr affizirt. Bald nach dem Einnehmen der ersten Dosis gebe man dem Patienten einen Eßlöffel voll Brandy mit ein wenig Wasser und Zucker, was so oft als nöthig wiederholt werden sollte. Auch mag Opium in Dosen von 3 Gran, was alle Stunde für 3 oder 4 Stunden lang wiederholt wird, gegeben werden. Anstatt Opium kann man auch Laudanum brauchen in Dosen von 60 Tropfen oder einem kleinen Theelöffel voll in ein wenig Branntwein, was alle 1, 2 oder 3 Stunden wiederholt wird. Wenn der Patient sich von dem Anfall erholt, gebe man ein Brechmittel von gleichen Theilen Lobelia und Brechwurz (Ipecac). Man sollte dem Kranken den Genuß kleiner Quantitäten Brandy oder anderer Spirituosen gestatten.
Homöopathisch. Opium ist das Hauptmittel. Man gebe 1 oder 2 Tropfen der verdünnten Tinktur alle 1 oder 2 Stunden wenigstens während 24 Stunden. Andere Heilmittel, die nach diesem gebraucht werden können, sind: Belladonna, Nux vomica, Hyosciamus, Stramonium, Digitalis. Jede Arznei sollte wenigstens 24 Stunden lang eingenommen werden. Dosis: 6 Kügelchen alle 3 bis 4 Stunden.
Wenn der Patient in wachendem oder schlafendem Zustande schreckhafte Visionen hat und oft aufschreit, so gebe Calcarea carbonica.
Wenn durch nichts anderes Schlaf hervorgebracht werden kann, so verordne Arsenik und Lobelia, abwechselnd zu nehmen; eine Dosis alle 1 oder 2 Stunden
Allöopathisch. Gebe ½ Gran Morphium. Hat diese Dosis nicht den Erfolg, den Patienten zu beruhigen, so verordne 30 Tropfen Laudanum, alle 2 bis 3 Stunden, bis Schlaf eintritt. Der Kranke kann reichlich Hopfenthee trinken und man gebe ihm 1 Gran Opium alle 3 oder 4 Stunden. Auch ist ihm der Genuß von Ale oder Porter zu gestatten, oder Brandy in kleinen Quantitäten. Manchmal erweist sich ein warmes Bad, in welchem der Kranke mehrere Stunden lang bleibt, sowie kalte Umschläge um den Kopf sehr erfolgreich.
Fallsucht (Epilepsy).
Es sind die Kinder, die oft von der Fallsucht oder fallenden Krankheit befallen werden. Dieselbe ist gekennzeichnet durch plötzliche Bewußtlosigkeit und Zuckungen. Die Krankheit ist chronisch und endet häufig im Wahnsinn.
Symptome. Der Anfall tritt plötzlich ein, wobei der Kranke laut aufschreit, niederfällt und bewußtlos wird. Er schlägt um sich, schäumt am Munde, sein Gesicht färbt sich, er athmet sehr heftig und sein Kopf wird von einer Seite auf die andere gezerrt. Die Augen öffnen sich oft, stieren in die Welt hinaus und schließen sich plötzlich wieder; die Zähne sind fest gegen einander gedrückt, wodurch Knirschen entsteht. Manchmal geht dem Anfall ein sonderbares Gefühl voraus, das von einem kühlen Wind oder kriechenden Insekt herzurühren scheint und welches von den Gliedmaßen oder einem andern Körpertheil nach dem Kopf zieht, und wenn es hier gefühlt wird, so tritt der Anfall ein. Dieses Gefühl heißt man aura epileptica. In manchen Fällen sind die Symptome jedoch durchaus nicht so heftig und der Patient wird bloß für einen Augenblick bewußtlos.
Ursachen. Manchmal vererbt sich diese Krankheit, sie wird aber auch durch Würmer, unverdauliche Speisen, Zahnen, geschlechtliche Ausschweifungen, Selbstbefleckung, Störungen der Mutter, Hirn- oder Rückgratskrankheiten, Nierenstein, Furcht, Leidenschaft und geistige Leiden verursacht.