Man nehme ein grobes leinenes oder baumwollenes Tuch und ringe es, wenn eine starke Reizung stattfinden soll, gehörig, wenn aber weniger, nur leicht aus. Wickle den Patienten hinein und reibe schnell über der Decke 3 oder 4 Minuten oder länger, bis die Oberfläche des Körpers vollkommen warm wird. Lasse dann eine trockene Decke folgen und reibe mit dem Handtuch und den Händen. Wenn so kalt als es ertragen werden kann angewendet, wirkt es stärkend und reizend. Es entfernt fieberischen Durst, benimmt die Mattigkeit, gibt dem Körper und Geist neue Kraft und verursacht ein angenehmes Gefühl über den Körper. Ist der Patient schwach, so sollte der Deckenumschlag von einer milden Temperatur sein (80 bis 90 Grad), welche allmählich herabgesetzt wird. Wenn zur Anreizung oder Stärkung der Nerven, des Gehirns, oder auch zur Minderung des Schmerzes angewendet, sollte es kühl oder kalt sein. Der Umschlag muß öfters naß gemacht und mehrere Male schnell hintereinander wiederholt werden.
Bei fieberischem Puls und Hitze, bei chronischen Krankheiten mag es beim zu Bett Gehen angewendet werden und sollte von milder Temperatur sein. Es wird nervöse Reizbarkeit vermindern und Schlaf herbeiführen. Bei allen Fieberarten ist es empfehlenswerth, ebenso bei Diarrhöe, Magenschwäche (Dysentery), Kolik &c. Der Patient sollte vorher Gesicht und Hände mit kaltem Wasser waschen.
Das Ueberschütten von Wasser mit einem Eimer (Pail Douche).
Dies ist noch reizender und erregt eine erhöhtere Thätigkeit der Nerven. Der Patient stellt sich in eine leere Badewanne, während der Wärter zwei Eimer voll Wasser hat, den einen wärmer als den andern. Der wärmere wird halb auf des Kranken Brust und halb auf dessen Rücken gespritzt, worauf mit dem zweiten Eimer voll in derselben Weise verfahren wird. Dann trockne und reibe man den Kranken ab. Es ist nicht rathsam, dieses bei großer Nervösität anzuwenden, ebenso wenig bei ernsten Krankheiten des Herzens oder der Lungen. Gewöhnlich wendet man es an, wenn das Temperament träge oder die Krankheit einen allgemeinen Charakter hat.
Einpackung in nasse Tücher (The Wet Sheet Packing).
Ist ein empfehlenswerthes Verfahren, die Hitze bei Fiebern zu schwächen und ungesunde Absonderungen zu entfernen. Das Tuch zum Einwickeln sollte von Baumwolle oder grober Leinwand sein, hinreichend lang, daß es dem Kranken vom Kopf bis zu den Füßen reicht und ungefähr zwei Yards breit. Bei Schwäche, chronischen Fällen lasse man es nicht ganz bis zu den Knöcheln reichen. Von dem Bette entferne man alle Unterbetten und lasse nur ein oder zwei Kopfkissen zurück. Ein oder zwei leichtere Tücher und darüber zwei wollene Decken sollten über das Bett gebreitet werden. Beklagt sich der Kranke über ein Frösteln in der Gegend des Rückgrats oder über den Körper, falte man ein Handtuch zusammen oder lege einen Streifen Flanell 4 Finger oder 3 bis 4 Zoll breit auf das Rückgrat, wo der Kranke auf dem Tuche liegt, was das Angreifen des Rückenmarknervs verhindert. Hat der Kranke Anlage zu kalten Füßen, so sollte ein Krug oder eine Kanne heißen Wassers, auch heiße Ziegelsteine, die ein- oder zweimal mit der wollenen Decke umschlagen werden, um so vor zu großer Hitze zu schützen, an die Füße gelegt werden. Der Patient liege platt auf dem Rücken, hebe die Arme, während der Wärter an der einen Seite die Decke um den Körper und die unteren Glieder schlägt und gehörig anzieht; dann lasse er die Arme fallen und die Decke wird an der anderen Seite schnell umgeschlagen, und untergesteckt. Die übrigen Decken werden darüber gelegt und in derselben Weise untergesteckt; sorgfältig vermeide man aber, dieselben über der Brust zu fest anzuziehen. Dieselben müssen unter den Schultern so angezogen sein, daß die Hitze nicht herausströmen kann.
Hat der Kranke Anlage zu Kopfschmerz, oder zu Blutandrang nach dem Kopfe, so falte man ein Handtuch zusammen, weiche es in kaltem Wasser ein, lege es auf die Stirn und wiederhole dies, so oft es heiß wird.
In einer solchen Einhüllung sollte man 30 Minuten bis 1½ Stunden verbleiben. Wird man in 15 bis 20 Minuten erwärmt, so reicht ein Verbleiben in dieser Einpackung von 30 bis 40 Minuten hin, geht dies aber langsamer von statten, so wird 1 oder 1¼ Stunde genügen. Wird Schweiß gewünscht, so sollte der Kranke in dieser Lage verharren, bis der Schweiß auf die Stirne tritt, was gewöhnlich eine, zwei bis drei Stunden dauert. Bleibt der Patient lange genug so, um Schweiß hervorzurufen, so wird sich in der Regel kurz vorher ein Frösteln einstellen, dem übermäßiges Schwitzen folgt.