sollten aus fester Leinwand oder baumwollenen Tüchern gemacht werden. Man schneide Streifen von vier Finger Breite und nähe sie zusammen, bis man die erforderliche Länge besitzt. Dann rolle man sie dicht übereinander, so daß sie bei der Verwendung leichter gehandhabt werden können. Bei dem Verbinden sollte der Wundarzt versuchen, jeden Theil des Gliedes zu bedecken, damit auf alle Theile ein gleichmäßiger Druck ausgeübt wird; auch sollte der Verband vollkommen glatt sein, und um dies zu bewerkstelligen, wird es nothwendig werden, den Verband an gewissen Stellen des Gliedes um sich selbst zu wickeln, bis es dem Wundarzt wieder möglich ist, weiter spiralförmig zu verbinden, wobei immer das folgende das frühere zur Hälfte bedecken muß.

Beim Verbinden eines Armes oder Beines beginne man stets mit den Fingern oder Zehen und gehe aufwärts. Der Verband darf aber nicht zu fest angelegt werden, damit nicht der Umlauf des Blutes gehemmt wird, was leicht Brand verursachen könnte. Die nebenstehende Abbildung zeigt, wie ein derartiger Verband anzulegen ist.

Bei Brüchen mag man den Verband von Zeit zu Zeit mit einer Lösung von Arnica oder kaltem Wasser tränken.

Schienen (Splints)

sind aus Blech, dünnem Brett oder starker, steifer Pappe anzufertigen und müssen der Länge und der Breite des gebrochenen Gliedes angemessen groß sein. Man befestige sie vermittelst Riemen oder Wickelbänder.

Brüche (Fractures).

Wenn ein Knochen gebrochen ist, so nennt man dies einen Bruch. Ist er in zwei oder mehrere Stücke gebrochen ohne irgend eine äußerliche Wunde, so wird dies ein einfacher Bruch genannt. Wenn aber da, wo der Bruch stattgefunden hat, eine äußerliche Wunde vorhanden ist, so wird es als ein zusammengesetzter Bruch bezeichnet. Es giebt auch andere Formen, allein diese mögen für dieses Buch hinreichen.

Die Kennzeichen von Brüchen sind zuweilen sehr unkenntlich. Gewöhnlich ist Schmerz und eine Unfähigkeit, das Glied zu bewegen, vorhanden, was aber auch bei Verrenkungen u.s.w. der Fall sein kann. In der Regel aber tritt sowohl ein Kürzerwerden des Gliedes als auch eine Veränderung in dessen Form ein, verbunden mit der Unmöglichkeit des Bewegens, Schmerz und Anschwellen. Ebenso wird auch ein knirschendes Geräusch oder Gefühl, crepitus genannt, wahrgenommen, das durch das Aneinanderreiben der gebrochenen Enden des Knochens hervorgerufen wird.