„Euer guter Freund, Tante Marie —“

„Nun ja. Aber doch nicht mehr.“

Helene schwieg. Was sollte sie antworten?!

Tante Marie hatte sich wieder gesetzt, wippte auf dem Stühlchen, besah sich durch das Lorgnon die Wände. Und Helene stand vor ihr und sah mit brennenden Augen zum Fenster hinaus auf das schneebedeckte Scheunendach.

„Willst du nicht einmal zu uns kommen? Auf ein paar Tage? Dir wird eine Abwechslung gut tun. In nächster Woche haben wir einige Gäste. Auch der nette Neuchateller, weißt du: Merivaux, wird dabei sein.“

„Ich danke dir sehr. Aber — jetzt — noch nicht.“

Das Lorgnon sank herab, und Tante Marie fragte, nun wieder ganz mitleidsvoll: „Tat es denn so sehr weh, Mignonne?“

„Es tat wohl weh. Aber ich komme schon darüber hinweg.“

„Ja, man kommt wohl schließlich darüber hinweg ...“, sagte Tante Marie, ganz anders als sie sonst sprach, langsam und schwer. „Wer von uns hätte nicht ähnliches durchgemacht.“ Und dann war sie gegangen.

‚... ja ... man kommt wohl darüber hinweg.‘