„Nee, gnä’ Frölen, ich wart hier, bis der oll König ’rückkommt. ’s isch man jutt, daß der oll klug König die Suldaten nich abgeschafft hätt. Un denn muß ick widder zur Kaserne. Morjen rücken se aus, die Franzer. Aberscht scheen Gruß soll ick vertellen vom Herrn Kantohr und von Herrn Pastohr. Min Jott, sein dis Zeiten! Aberscht passen Se uff, gnä’ Frölen, wie wer se vertobacken wer’n, wir Preußen! Wenn dat der gnä’je Herr Rittmeister erlebt hätt!“

Die blauen Märkeraugen glänzten, wie der Metschke das sagte.

Oben saß Gaston schon am Fenster und wartete.

Sie sah’s ihm gleich an, heut war auch er erregt.

„Helene, morgen rücken wir aus. Erschrick nicht: zunächst nur in Kantonnements bei Kottbus.“

Alles Blut war aus ihren Wangen gewichen. „Morgen —“ sagte sie tonlos. Aber er nahm ihre beiden Hände: „Ich habe mit dir zu sprechen. Eine große, große Bitte hab ich.“ Sie sah ihn an, sah ihm in die Augen, und wußte nur ein: ‚um was er auch bitten mag, ich werde nicht nein sagen‘.

„Immer wieder ist mir in diesen unruhigen Tagen durch die Seele gegangen, wie du nun allein zurückbleibst. Ich denke nicht an den Tod. Gott bewahr’ mich. Aber niemand kann wissen, was der Krieg bringt. Helene, der Gedanke quält mich, daß ich nicht für dich sorgen kann — auf alle Fälle. Ich würde keinen Moment Ruhe haben — draußen. Und dann ... ich habe Sehnsucht, dich mein zu wissen. Ich bitte dich: laß übermorgen unseren Hochzeitstag sein.“

Sie bebte. Immer größer waren ihre Augen geworden. Das Herzblut stockte, dann pulste es aufwärts, daß ihr die Sinne schwinden wollten.

Sie fühlte den Druck seiner Hände, und sie sah die fiebrige Erregung in seinem Gesicht, die heiße, sehnsuchtsvolle Erwartung.

So sagte sie: „Ja ... Gaston ... ja!“