Indessen stand der Hauptmann in männlich gefaßter Haltung vor dem Doktor. Das Anfangen war doch entsetzlich — so schwer hatte er sich’s nicht gedacht.

„Ich komme, verehrter Herr Doktor“, begann er mit etwas gepreßter Stimme, „um Ihnen eine Bitte vorzutragen.“

Bautz — ging die Thüre auf — „der Baron von Rabeneck ist da, Papa!“ rief Käthe ins Zimmer tretend, erblickte den Hauptmann, stieß einen kleinen Schrei aus, und war weg, wie der Blitz.

„Ach, verzeihen Sie — verzeihen Sie einen einzigen Augenblick“, sagte der Doktor eilfertig, „der Baron kommt, um seinen Miethskontrakt abzuschließen — ich stehe dann sofort zu Diensten! — Guten Morgen, Herr Baron — ich freue mich — die Herren kennen sich ja! Bitte, Herr Hauptmann, verziehen Sie einen Augenblick, wir sind bald fertig.“

„Wie ist den Herren das gestrige Fest bekommen?“ fragte der Baron im Eintreten, anscheinend ganz aufgelegt zu einer Unterhaltung, die, recht breit in der Anlage, einen hübschen Zeitraum bis zur Vollendung versprach.

„O, recht gut“, sagte der Doktor, der auch nicht eilig schien, „es war ein bischen spät.“

„Aber ein allerliebstes Fest — auf Ehre! Wie ist Ihren verehrten Eltern der Abend bekommen?“ (zum Hauptmann gewendet.)

Dieser murmelte etwas Unverständliches — er erstickte fast vor Zorn und Verlegenheit.

„Und Ihre Damen, Herr Doktor?“

„Die sind schon lange wieder auf den Füßen!“ bemerkte der Doktor wohlgefällig.