Die Alte warf ihr einen schnellen Seitenblick zu, und zog die Augenbrauen etwas in die Höhe, als wollte sie sagen: „aha!“ Sie schwieg aber.
„Weißt du, Sabine,“ begann Käthe nach einer Weile von Neuem, „er — der Mitreisende — benahm sich übrigens sehr taktvoll. Da er merkte, in welch tödtlicher Verlegenheit ich war, that er, als ob gar nichts vorgefallen sei, und unterhielt mich von allen möglichen Dingen — ganz ernsthaft und sehr nett. Nur einmal, als eine alte Dame, die mitfuhr, von der Gegend sprach, und ihn fragte, ob er nicht auch während der Reise auf die hübsche Aussicht geachtet habe? sagte er ruhig: „o ja — besonders in Siegersdorff!“ und dann sahen wir uns an und lachten beide — ich auch, Sabine — das konnte ich nicht ändern! Sonst war ich sehr würdevoll — nein, wirklich!“
„Davon bin ich überzeugt,“ sagte die Alte ernsthaft, „wie sah denn dein Freund oder Feind aus?“
„Sehr gut — groß, dunkelblond und humoristisch — und er war sehr hübsch angezogen.“
Die alte Dame lachte.
„Wenn’s nur kein Weinreisender war!“
„Aber, Sabine, schäme dich! als ob man das nicht merkte!“ In dem Augenblicke klopfte es.
„Fräulein Käthchen möchten gleich herunter kommen, Frau Majorin Scharff wäre da, und wollte etwas aus dem Eckschrank, und Fräulein Käthchen hätten die Schlüssel mit.“
„Unausstehlich!“ sagte Käthe verdrießlich, „Scharffs erwarten in den Tagen den gräßlichen Sohn, und borgen sich wieder einmal die ganze Wirthschaft zusammen. Ich komme,“ rief sie dem Mädchen zu.
„Ist der junge Scharff so „gräßlich,“ wie du sagst?“ fragte Sabine.