Edith mischte sich hastig ein.
„Thorheit, Baron Rüdiger, Sie mußten selbst sehen, daß ich nicht daran denken konnte, Ihnen diesen Gegenstand zu verkaufen — legen Sie gleich das Bouquet wieder her! Es war nur ein Scherz,“ wandte sie sich verwirrt an Erting.
„Das Bouquet ist mein,“ erwiderte Rüdiger, ohne sich an Ertings zornbleiche Miene zu kehren, „dort liegt meine Börse, Geschäft ist Geschäft, Herr Erting, das müssen Sie als Kaufmann doch am besten wissen!“
„Sie sind unartig, Gerald,“ fiel Edith wieder hastig ein, „und ich allein habe das Recht, hier zu entscheiden. Legen Sie das Bouquet wieder her, ich mag Ihr Geld nicht haben, auf sophistischem Wege bin ich nicht wohlthätig!“ Sie hielt ihm die Börse hin.
„Das Bouquet,“ wiederholte sie.
„Geben Sie das Bouquet her,“ sagte Erting gleichzeitig, mit vor Wuth fast erstickter Stimme, „haben Sie ein Recht darauf, oder ich?“
„Leider Sie!“ erwiderte Rüdiger lachend und hielt den fraglichen Gegenstand hoch in die Höhe, „aber trotzdem bleiben diese Blumen mein, ich würde ebenso gern meinen Kopf hergeben, wie auch nur ein einziges Blättchen aus dem Strauß! Geben Sie sich keine Mühe, Erting, Sie können ihn gar nicht erreichen!“
„Genug,“ sagte Edith jetzt schnell und besorgt, da sie sah, daß Erting aufs Aeußerste gereizt war, „ich befehle, daß Sie die Blumen meinem Bräutigam geben, Gerald!“
Sie hatte noch nie mit diesem Ausdrucke von Erting zu Rüdiger gesprochen, sein schnell entfachter Zorn loderte auf. Er nahm den Strauß und die schwere Börse, und mit dem heftigen Ausruf: „So soll sie Niemand haben!“ schleuderte er Beides durch das geschlossene Fenster in den Garten und verließ dann den Saal, ohne irgend Jemand Lebewohl gesagt zu haben, während die ganze Gesellschaft stumm und entsetzt dem „tollen Junker“ nachsah, der sich eben wieder seines Namens so werth gezeigt hatte.
Die Fürstin, welche am andern Ende des Saales beschäftigt gewesen, hatte sich beim Klirren der Fensterscheibe rasch und erstaunt umgewendet, und sandte jetzt Raven ab, um den Grund dieser Störung zu erfahren. Als er mit dem Bericht zu ihr zurückkehrte, lachte sie hell auf: