DER BENEIDETE

KALIF YAZID IBN MOAUJA

Sie hat geforscht, wie es mir gehe. Da
Hat man zu ihr gesagt: „Es ist vorbei,
Er ist hinüber – und durch deine Schuld.“

An einer feinen Geste ihrer Hände
Erkannte man ihr Mitleid. Tränen stürzten
Aus ihren Lidern vor, die zart wie Kelche

Der Lilien sind, und glitten auf die Wangen,
Die Rosen gleichen, nieder, und sie biß
Die Lippen sich, die so wie Kirschen leuchten,

Mit ihrer Zähne perlenhaftem Schimmer.
Und darauf sprach sie dies: „Groß ist mein Schmerz
Um ihn fürwahr; niemals hat eine Schwester

Das Unglück ihres Bruders so beweint,
Niemals hat eine Mutter so gejammert
Des Sohnes wegen, wie ich heute tu.“

Und darauf eilte sie, mich zu besuchen,
Und überhäufte mich mit Freundlichkeiten,
Und meine Seele lebte wieder auf

Und schenkte auch dem Körper wieder Leben;
Und viele gab es, die mich um den Tod
Beneideten, aus dem ich neu erstand.