Sie zu besitzen, das ist goldnes Leben,
Sie zu verlieren, das ist dunkler Tod.

Pfeil, Bogen und ein Schwert sieht man vereint
In ihrem Blick. Gleich einer Oriflamme
Glänzt ihres Leibes goldner Gürtel. Aber
In ihren Schenkeln schreitet kühn der Sieg,
Denn wer nur ihrer Schenkel Schreiten sieht,
Der ist dem Tod durch Liebe schon verfallen.

Ich hatte mich dem Herrn geweiht. Jedoch
Da sie dann zu mir kam, zerrannen meine
Gelübde in ein Nichts. Und meine Schwüre
Vergingen all in ihres Auges Schein.

NACHT UND MORGENRÖTE

SCHULE DES IBN IL MOATTAS

Am großen Himmel glänzen die Gestirne.
Ihr Funkeln gleicht dem Funkeln deiner Augen,
Wenn du, o meine ängstliche Geliebte,
Bei Nacht das Dunkel um dich her durchforschst,
In Bangnis, daß dich Böses treffen könnte.

Ganz unten an dem Rand der Finsternis
Streift goldig und verklärt die Morgenröte
Mit Lächeln durch die sterbensmüde Nacht.
Beim Anblick solches morgengoldnen Glanzes
Träum ich von deines Haares goldnem Schein.

VERPFÄNDET