AUS TAUSEND UND EINE NACHT

Nahma geht wiegend wie ein schlanker Zweig,
Den am Myrobalanenbaum
Ein feiner Windhauch in Bewegung setzte.

Sie schreitet stolz dahin. Wie schön sie ist!
Welch Glanz und welche Feinheit ihrer Glieder!
Sie lacht, und ihre Zähne leuchten auf:

Gleich Sternen, die aus dunkler Nacht aufsprühn.
Sie breitet ihre Haare vors Gesicht:
Und Finsternis verhüllt die ganze Erde;

Sie deckt ihr Antlitz auf: und diese Welt,
So weit sie reicht, von Osten bis nach Westen,
Erstrahlt in einem wunderbaren Schein.

Man sagt wohl, daß sie einem Zweige gleicht,
Solch ein Vergleich ist aber matt und niedrig:
Denn selbst die Reize einer jugendlichen

Gazelle reichen nicht im mindesten
An ihrer Schönheit Zauberkraft heran.
Wenn man in ihre schwarzen Augen blickt,

So ist man schon verloren: erst wird man
Ihr Sklave, darauf wird man krank, dann sinnlos,
Dann kommt der Tod, und man entgeht ihm nicht.

Unwiderstehlich zieht's mich hin zu ihr,
Und diese Leidenschaft, ich weiß es, läßt mich
Noch tausend Unbesonnenheiten tun.

Doch darf man denn erstaunen, daß ein Mensch
Verrücktes tut, wenn ihm das brennende
Fieber der Liebe durch die Adern tobt?