AN DEN ZEPHIR

SOYUTI

Der Zephir ist der wahre Freund der Liebenden:
Er hebt die Schleier auf, darunter die Gesichter
Der Schönen sich verbergen. Auch den stolzesten
Der Weidenzweige zwingt er, auf die kühle Stirn
Des Baches einen Kuß zu drücken. Der Verliebte,
Der fern von seiner Stadt und seiner Freundin weilt,
Schickt auf dem Zephir seiner Liebsten Grüße zu,
Die ihrem harrenden Herzen ein Entzücken sind.

DER BACH UND DER BAUM

SOYUTI

Seitdem der Bach in einem Liebesbunde
Mit eines Baumes schwanken Zweigen steht,
Erfüllt die Zweige schmerzliches Verlangen,
Sobald der Bach in Sommersglut erlosch.

Doch sieh! jetzt kommt er wieder, und nun eilt er,
So schnell er kann, um des geliebten Baumes,
Des lang verlaßnen, Füße zu liebkosen,
Und seines Wassers leises Rauschen scheint
Von großer Sehnsucht Qualen zu berichten,
Die ihn erfüllten, da er ferne war.

AUF EIN PFERD