Laßt uns Blumen pflücken gehn,
Letzte Astern, späte Rosen.
Morgen werden Stürme tosen
Und den bunten Schmuck verwehn.
Auch den Becher holt hervor,
Fröhlich laßt uns sein und trinken.
Morgen werden Schatten sinken,
Und es schweigt der laute Chor.
Wißt ihr wo ein holdes Kind,
Teilt mit ihm die letzten Blüten!
Die noch heut in Liebe glühten,
Morgen sind die Augen blind.
Scherzt und küßt und trinkt und lacht,
Eh' wir uns zum Abschied rüsten.
Drüben winkt von fremden Küsten
Eine sternenlose Nacht.
Horch. Schon meldet sich ihr Wehn.
Daß der Tod uns heiter finde!
Singend unterm Kranzgewinde
Laßt uns ihm entgegengehn.
Stranddistel.
Das Fräulein ging am Meeresstrand
Durch weißen, bleichen Sand, bis rot
Ein schüchtern Blümchen sich ihr bot,
Sie brach's und warf es aus der Hand.
Und bückte nach der Distel sich,
Die rauh und grau daneben stand.
Die trotzte ihrer kleinen Hand
Und wehrte sich mit scharfem Stich.
Sie brach sie doch und ging und sang
Ein müdes Lied mit müdem Mund,
Das überm abendschwarzen Sund
Im Wind verwehte und verklang.