Tiefdunkelroter Scharlachschein
Versickerte an Wolkenreihn,
Die klar von Silber flossen.
Der Himmel war wie roter Wein.
Was mochte dort zu feiern sein?
Wer hat den Wein vergossen?
Geschenk.
Dies schick' ich dir, mein Liebling, zum Geburtstag.
Zwei weiße Tauben, deren weich Gefieder
In einem Tempel Indiens geleuchtet,
Und deren Kropf mit edlem Hanf gefüllt war,
Den braune Mädchen auf den Feldern pflückten.
Sie sangen leise, dachten an den Liebsten.
Sei diesen Tauben gut, sie sind wie Schneefall,
Bevor er noch die weiße Erde küßte,
Und ohne Makel, nimm sie auf die Schulter,
Beglücke sie an deiner Wang' zu schlafen,
Die weich und schneeig ist wie ihr Gefieder,
Und sich im Nest zu träumen in der Heimat.
Nimm Wischi und Schiwinda gütig auf.
In Simla waren sie der Liebe Götter,
Und alles Volk lag täglich auf den Knien
Und betete. Sie schnäbelten sich zärtlich.
Ich raubte sie, an deine Wange denkend.
Dies schick' ich dir, mein Liebling, heute früh
Durch einen braunen Boten, windbeflügelt
Und stumm, mit einem Körbchen morgenfrischer
Feuriger Küsse. Laß sie dir gut munden.
Cäsar Flaischlen.
Geboren am 12. Mai 1864 zu Stuttgart; lebte in Berlin, wo er am 16. Oktober 1920 starb. – Nachtschatten 1884. Vom Haselnußroi 1891. Von Alltag und Sonne 1898. Aus den Lehr- und Wanderjahren des Lebens 1900.
So regnet es sich langsam ein …
So regnet es sich langsam ein und immer kürzer wird der Tag und immer seltener der Sonnenschein.
Ich sah am Waldrand gestern ein paar Rosen stehn ..
gib mir die Hand und komm … wir wollen sie uns pflücken gehn ..
Es werden wohl die letzten sein!
Hab Sonne …
Hab Sonne im Herzen,
Ob's stürmt oder schneit,
Ob der Himmel voll Wolken,
Die Erde voll Streit!
Hab Sonne im Herzen,
Dann komme was mag!
Das leuchtet voll Licht dir
Den dunkelsten Tag!