Ich zeigt' es schweigend. – Eine dunkle Welle Bluts
Floß über ihr schamhaftes Antlitz. Aber dann
Schien plötzlich sie der heißen Wünsche eingedenk –
Ein jäher Blitz hingebungsschwüler, starker Glut
Traf mich, es zitterten die offenen Lippen ihr,
Und überwältigt bebte mir das bange Herz!
Ich faßte zuckend ihre Hand und preßte sie
An meinen Mund und küßte sie zum letztenmal,
Indes ein schwellend Säuseln durch die Kronen ging.

Liebesode.

Im Arm der Liebe schliefen wir selig ein.
Am offnen Fenster lauschte der Sommerwind,
Und unsrer Atemzüge Frieden
Trug er hinaus in die helle Mondnacht. –

Und aus dem Garten tastete zagend sich
Ein Rosenduft an unserer Liebe Bett
Und gab uns wundervolle Träume,
Träume des Rausches – so reich an Sehnsucht!

Gesang des Lebens.

Groß ist das Leben und reich!
Ewige Götter schenkten es uns,
Lächelnder Güte voll,
Uns den Sterblichen, Freudegeschaffnen.

Aber arm ist des Menschen Herz!
Schnell verzagt, vergißt es der reifenden Früchte.
Immer wieder mit leeren Händen
Sitzt der Bettler an staubiger Straße,
Drauf das Glück mit den tönenden Rädern
Leuchtend vorbeifuhr.

Im Lande der Torheit.

Im Lande der Torheit küßt' ich die Hände der schönen Fraun,
Sie waren schmeichelnd und weiß, mit blitzenden Ringen geschmückt.
Ich lachte wohl auch beim lieblich klingenden, lockenden Wort,
Und eitel genoß ich des eigenen spielenden Übermuts.

Doch immer wieder irrte mein Blick ins Leere ab:
Ich sah und fühlte die Hände meiner lieben Frau,
Die weich und still in ruhender Güte sich nach mir
Hersehnen aus der Ferne – deine Hände, die
Allein die Wirrnis dumpfen Wollens je gebannt –
Und ich gedachte jener Stunde, da mir einst
Im Tode diese Hände stummen Trost verleihn.