Hab' mich so abgeströmt
Von meines Blutes
Mostvergorenheit.
Und immer, immer noch der Widerhall
In mir,
Wenn schauerlich gen Ost
Das morsche Felsgebein,
Mein Volk,
Zu Gott schreit.

Mein Liebeslied.

Wie ein heimlicher Brunnen
Murmelt mein Blut,
Immer von dir, immer von mir.
Unter dem taumelnden Mond
Tanzen meine nackten, suchenden Träume,
Nachtwandelnde, fiebernde Kinder,
Leise über düstere Hecken.
O, deine Lippen sind sonnig …
Diese Rauschedüfte deiner Lippen …
Und aus blauen Dolden, silberumringt
Lächelst du … du, du.
Immer das schlängelnde Geriesel
Auf meiner Haut
Über die Schultern hinweg –
Ich lausche …
Wie ein heimlicher Brunnen
Murmelt mein Blut …

Mein Wanderlied.

Zwölf Morgenhellen weit
Verschallt der Geist der Mitternacht,
Und meine Lippen haben ausgedacht
In stolzer Linie mit der Ewigkeit.

Torabwärts schreitet das Verflossene,
Indessen meine Seele sich im Glanz der Lösung bricht,
Ihr tausendheißes, weißes Licht
Scheint mir voran ins Ungegossene.

Und ich wachse über all Erinnern weit.
So fern Musik … und zwischen Kampf und Frieden
Steigen meine Blicke hoch wie Pyramiden,
Und sind die Ziele hinter aller Zeit.

O, meine schmerzliche Lust.

Mein Traum ist eine junge, wilde Weide
Und schmachtet in der Dürre.
Wie die Kleider um den Tag brennen …
Alle Lande bäumen sich.
Soll ich dich locken mit dem Liede der Lerche
Oder soll ich dich rufen wie der Feldvogel
Tuuh! Tuuh!
Wie die Silberähren
Um meine Füße sieden …
O, meine schmerzliche Lust
Weint wie ein Kind.

Maienregen.