Hinterhaus.
In kalten, steifen Engen,
An gelben Schornsteinlängen,
Verirrten Schieferdächern,
Verstaubten Lukenfächern,
An braunen glatten Röhren,
An roten Drahtes Öhren,
Verblichnen blauen Flecken
Und blechbehuften Ecken
Liegt Sonne, wie nach Winkelmaß gemessen
Und wie von einem Handwerksmann vergessen.
Hier hinter Luken wimmeln,
In Kellerlöchern schimmeln
Und tanzen unter Sparren
Wir galgenfrohen Narren,
Die sich in Kammern bücken,
Doch ihre Wände schmücken
Mit goldnen Sterntapeten,
Weil wir vom Himmel wehten,
Wir Fetzen Licht, nach Winkelmaß gemessen
Und wie von einem Handwerksmann vergessen.
Die graue Melodie.
Ja? Gab es Tage, wo ich selbst Komet
Und wenn soviel nicht, eines Sterns Trabant
Mich glaubte? Aber nichts ist doch so stet
Wie diese harte Melodie: Sand, Sand,
Sand, Sand.
Und so wird Morgen, und so wird es spät,
Ich zog mich an, ich zieh mich wieder aus,
Und wie mein Mund das Licht vom Dochte weht,
Verweht ein Mund den Tag, ein Kartenhaus,
Ein Kartenhaus.
Der Tag war bunt, hat Bild mit Bild getauscht,
Doch prüfe ich, wie war er wirr gestückt!
Wie oft hat mich das Leben denn berauscht,
Und geht doch hin!! – und viele hat's beglückt,
Beglückt.
Inbrunst.
Die Sterne sind zu groß und mußten wohl deshalb
So weit hinaus, und sie erhellen nichts bei uns.
Der Wind stieg tastend aus der Nacht des Weltenbrunns.
Er sitzt den Heimathügeln auf der Brust als Alp.
Die Wolken fahren auf wie Schiffe vor der Schlacht.
Ist mir die Sehnsucht ferner Welten zugeirrt?
Du, Erde, bist mein Saal, doch meine Seele wird
Auf einem andern Sterne schlafen diese Nacht.