Komm, Tod! komm, Tod!
Feind ist erschlagen!
Letzte Kugel, triff mich! Strahlend bricht mein Auge:
Mein Vaterland hat den Sieg! Es lebe, lebe!
Feind ist erschlagen!
Komm, Tod! komm, Tod!

Oskar Loerke.

Geboren am 13. März 1884 zu Jungen im Kreise Schwetz, Westpreußen. – Wanderschaft 1911. Gedichte 1916.

Frühlingswille.

Bei einer stehn im Fensterrahmen,
Im Wechselwort das Herz erschüttern,
Und leise fort – es gibt kein Amen –
Von unsern Müttern
Sprechen und der Mütter Müttern
Und den Urmüttern …

Und atmen in die Blust der Kirschen,
Gezähmte wilde Enten füttern,
Und singen von den weißen Hirschen
Und von den Müttern
Und der Mütter Müttern
Und den Urmüttern …

Bei gelbem Wein die Nacht verzechen,
Nach Ewigkeit umschlungen stöhnen,
Und von den Abenteuern sprechen,
Die unsren Söhnen
Begegnen und den Söhnen
Der Enkelsöhne …

Nirwana.

Das Tal ist wie aus klarem Golde,
Es stehn im Tale ohne Hauch
Die Bäume schief wie Trunkenbolde
An Seen diamantenen Lichts.

Das Tal vergeht zu goldnem Rauch
Und dann zu goldnem Traume
Und dann zu goldnem Raume
Und dann zu goldnem Nichts.