Genrebild.

Herr Holger am Kamine sitzt,
Sein Brackhund bei ihm wacht,
Nacht ist's, die Flamme springt und blitzt
Und der Klotz in der Lohe kracht.

Herr Holger in Sinnen versunken ist,
Er wirrt des Bartes Flaum.
Es streckt die Bracke den Widerrist,
Und beide sinken in Traum.

Es denkt der Hund an einen Tag,
Da die Heide hilfefern,
Da der Keiler über Herrn Holger lag
Und er befreit' den Herrn. –

Herr Holger martert seine Stirn
In Sinnen schwer und stumm:
Wie er zu Willen einer Dirn
Den Blutsfreund brächte um.

Altes Bild.

Der Markusdom, der bunte, klangumtönte,
Hat seine Pforten gähnend aufgeschlagen,
Am Hochaltar, wo Priester Kerzen tragen,
Thront stolz der Doge, der vom Volk gekrönte.

Es lehnt an ihm in mädchenhaftem Zagen
Sein junges Weib, das holde, glückverschönte.
Ein Page, der an Schleppendienst gewöhnte,
Kniet stumm dabei in Puffenwams und Kragen.

Der Weihrauch dampft, zu Ende geht die Messe,
Es blickt verklärt die schöne Dogaresse …
Doch sehen könnt ihr, wenn ihr näher tretet,

Daß tief im Samt, dem dunkelvioletten,
Des Pagen Hand und ihre sich verketten –
Der alte Doge kniet im Stuhl und betet.