Flüsternd umkreist die Dämmerung
Mich und mein Licht, das nach ihr greift.
So alt ist alles, ich so jung –
Da ist's, als ob ein Wort mich streift,
Das rings um mich zur Fülle reift.

„Du bist so alt als alle wir –“
Sprach es das Licht, sprach es der Baum,
Sprach's der zersprungne Tisch vor mir,
Sprach's um mich her der Dämmertraum?
Ich fühl' es dunkel jetzt und hier.

Wie lächeln doch die ewigen Dinge,
Wenn solch ein Strudel Erdenzeit,
Ein Mensch, aufwacht in ihrem Ringe,
Aufbraust in ihrer Einsamkeit –
Wie lächeln doch die ewigen Dinge!

Sie lächeln mich in ihre Ruh –
Nun rag' auch ich uralt vom Grunde.
Du Flamme, warum zitterst du?
Bist du ein Wort aus meinem Munde,
Rief dich die Dämmerung mir zu? –

Abschied.

Oft, wenn die stille Mitternacht
Einsam im dunkeln Parke wacht,
Wenn meine Fenster offen stehn,
Ein Sternlein durchs Gezweige leuchtet
Und Nachtluft mir die Stirne feuchtet,
Dann weiß ich, daß mich deine Augen sehn
In dieser stillen Mitternacht.

Doch dieser Erde weit entschwebt
Ist, was mich hier umgibt und mit mir lebt:
Mein still Gemach, der Park, der leise rauscht,
Der See, der über seine Ufer lauscht.
In ewige Fernen treiben wir dahin:
Du kennst den Ort nicht, wo ich bin
In dieser stillen Mitternacht.

Noch seh' ich dich; und dein Gesicht ist blaß.
Von Schauer wird mein Auge naß,
Und tausend Wünsche werden wach.
Doch schneller treibt der Park und das Gemach
Hin in den fernenklaren Raum –
Da lischt, ein Flackerlicht, dein Traum
In dieser stillen Mitternacht.

Heimat.

Eine Heimat hat der Mensch,
Doch er wird nicht drin geboren –
Muß sie suchen traumverloren,
Wenn das Heimweh ihn ergreift.