Die Häuser haben Augen aufgetan …

Am Abend stehn die Dinge nicht mehr blind
und mauerhart in dem Vorüberspülen
gehetzter Stunden; Wind bringt von den Mühlen
gekühlten Tau und geisterhaftes Blau.

Die Häuser haben Augen aufgetan,
Stern unter Sternen ist die Erde wieder,
die Brücken tauchen in das Flußbett nieder
und schwimmen in der Tiefe Kahn an Kahn.

Gestalten wachsen groß aus jedem Strauch,
die Wipfel wehen fort wie träger Rauch
und Täler werfen Berge ab, die lange drückten.

Die Menschen aber staunen mit entrückten
Gesichtern in der Sterne Silberschwall
und sind wie Früchte reif und süß zum Fall.

Bettler im Spätherbst.

Den leeren Ranzen lässig umgesackt
und grünen Filzhut windschief auf den Strähnen,
so schiebt er sich ins Dorf, wo sattes Gähnen
rauchwirbelnd über feuchte Dächer flackt.

Er probt mit langen Fingern, die von Gicht
krummstehn, das Tür-an-klopfen,
und weitet Taschen aus zum Brotverstopfen
und setzt in Kummerfalten das Gesicht.

Sturm orgelt lauter auf in den Kaminen
und Tor an Tor knirscht krachend im Verschluß ....
Armselig, wer nun wandern, wandern muß.

Man wirft aus Fenstern Fäuste jähzornschwer,
und hetzt Gebrüll von Hunden hinterher.
… Der Nebel gittert graue Eisgardinen.