Wenn die Nacht von dannen geht,
Wollen wir uns aus dunkeln Schalen
Unser Blut reichen.

Ein Auge wollen wir sein und eine Seele,
Schauernd über der Täler
Brennend klaren Kelchen.

Siehst du den Morgenwind? Er trägt
Schwebendes Leben von Büschen zu Büschen,
Halm zu Halm.
Sei du mein! –

Nun schweig.

Nun schweig und fühle, wie die Schatten wehn;
Aus tiefen Himmeln bunte Flammen sinken,
Und schwarze Wolken felsenzackig stehn
Um blanke Dächer, die wie Seen blinken.
Und suche meine Seele nicht; die liegt
In jenem Baum, weit hinterm Sonnenfeuer,
Der sich im Weltall zwischen Sternen wiegt.

Der Greis.

Länder und Seen durchschwommen
Brünstig allen Fernen.
Wittre nun in den Nächten
Nach Ländern über Sternen.

Als ich ein Kind war,
Glänzte so weit mein Teich,
Hinter jedem Wipfel
Grünte ein Zukunftsreich.

Stützt zu Berg mich, Söhne,
Dicht in meine Nähe,
Daß ich noch einmal
Die kleine Erde sehe.

Johannes R. Becher.