Erbrochene Schlachten. Bunte Völkerwelten.
Die Roten Felsen über Agadir.
Gesprengte Wälder. Heller Tod der Helden …
O dunkle Sprachen zwischen mir und dir.

Und sah die Meere durch die Himmel fließen.
Besternte Menschen viel auf Plätzen dicht.
Fluch deiner Finsternis: verkohlte Wiesen.
Die Flöte ruft. Es reift dein Angesicht.

Und sähe Mägde aus dem Brunnen schöpfen
Krug milden Trankes … und das blöde Tier
Leckt unvertrieben Honig aus den Töpfen …
O Fest! O Stunde zwischen dir und mir!

Dann jagte ich auf unergriffenem Schiffe.
Denn schroffer Sturm verlöschte jede Spur.
Und durchs Gezisch und durchs Gestrüpp der Riffe …
Und in den Händen eine Muschel nur:

Zerschellt. Genebel. Schädel. Fäulnis. Und die Feuchte
Gefleckter Sümpfe. Räudiger Rachen Gier – –
Ich aber fühlte: Duft und Pracht und Leuchte!
O Nacht des Bundes zwischen dir und mir.

Hans Bethge.

Geboren am 9. Januar 1876 zu Dessau in Anhalt. – Die stillen Inseln, Die Feste der Jugend, Saitenspiel, Lieder an eine Kunstreiterin.

Die Hoffende.

Mond, alte Blumen und das Lied der Lerche, –
Sie saß am offenen Fenster, ganz verwirrt,
Der Glanz auf ihren Händen war der Glanz
Des Mondes nicht: er kam aus jungen Augen
Fernher, und Glockenklang und Wiesennebel
Und alte Blumen und das Lied der Lerche,
Das alles war in ihm, sie fühlt' es wohl.
Da lachte sie, verwirrt aufbrausend, und
Sie war so reich! und nun hob sie die Hand
Leis auf und küßte sie: die ganze Lust,
Die ganze Qual, das Leben, alles, alles.

Nach Sonnenuntergang.