Max Dauthendey.
Geboren am 25. Juli 1867 zu Würzburg, gestorben im Herbst 1918 auf Java. – Reliquien 1900. Singsangbuch 1907. Insichversunkene Lieder im Laub 1908. Der weiße Schlaf 1909. Lusamgärtlein 1909. Weltspuk 1910. Des großen Krieges Not 1915.
Laß mich in deinem stillen Auge …
Laß mich in deinem stillen Auge ruhen,
Dein Auge ist der stillste Fleck auf Erden.
Es liegt sich gut in deinem dunkeln Blick,
Dein Blick ist gütig wie der weiche Abend.
Vom dunkeln Horizont der Erde
Ist nur ein Schritt hinüber in den Himmel,
In deinem Auge endet meine Erde.
Graue Engel …
Graue Engel gehen um mich,
Sehen trauernd auf dich, meine Seele,
Sie stehen mit lahmen Flügeln
An Aschenhügeln und sinnen;
Draußen und drinnen ist es Abend, meine Seele.
Am süßen lila Kleefeld …
Am süßen lila Kleefeld vorbei,
Zu den Tannen, den zwei,
Mit der Bank inmitten,
Dort zieht wie ein weicher Flötenlaut
Der sanfte Fjord,
Blau im Schilfgrün ausgeschnitten.