Durch die fünf Finger geht ein zäher Kampf,
Als wollten sie sich aneinanderzwängen;
Durch ihre Kuppen wühlt und spielt ein Krampf,
Als rissen sie mit Inbrunst an den Strängen
Einer verwunschnen Harfe.
Und von der Harfe kommt ein Himmelston
Und pflanzt sich mächtig fort von Ost nach Westen.
Den kenn' ich tief seit meiner Jugend schon:
Dumpf tönt die Waldung aus den braunen Ästen:
Komm, Sturm, erhöre mich!
Wie hab' ich mich nach einer Hand gesehnt,
Die mächtig ganz in meine würde passen!
Wie hab' ich mir die Finger wund gedehnt!
Die ganze Hand, die konnte niemand fassen!
Da ballt' ich sie zur Faust.
Ich habe mit Inbrünsten jeder Art
Mich zwischen Gott und Tier herumgeschlagen.
Ich steh' und prüfe die bestandne Fahrt:
Nur eine Inbrunst läßt sich treu ertragen:
Zur ganzen Welt.
Komm, Sturm der Allmacht, schüttel den starren Forst!
Schüttelst auch mich, du urweltliches Treiben.
In scheuen Haufen ziehn die Krähn zu Horst;
Gib mir die Kraft, einsam zu bleiben,
Welt! –
Sommerabend.
Klar ruhn die Lüfte auf der weiten Flur;
Fern dampft der See, das hohe Röhricht flimmert,
Im Schilf verglüht die letzte Sonnenspur,
Ein blasses Wölkchen rötet sich und schimmert.
Vom Wiesengrunde naht ein Glockenton,
Ein Duft von Tau entweicht der warmen Erde;
Im stillen Walde steht die Dämmrung schon,
Der Hirte sammelt seine satte Herde.
Im jungen Roggen rührt sich nicht ein Halm,
Die Glocke schweigt wie aus der Welt geschieden;
Nur noch die Grillen geigen ihren Psalm.
So sei doch froh, mein Herz, in all dem Frieden!