Wilibald nickte.

»Das Schönste ist ihr Lachen«, erwiderte er, »Es ist wie ein Quell unter Blumen. In einer halben Stunde sind wir bei ihr.«

Der Wagen bog in einen sandigen Feldweg ein, um einen Hügel herum, und nun fuhr man auf einmal mitten in die untergehende Sonne hinein. Sie ging ganz ohne Strahlen hinüber, gleich einem riesigen Blutstropfen, der in einer bläulich dunstigen Atmosphäre hing. Auf einer Höhe rechts von dem roten Gestirn türmte sich ein armseliges Dorf empor, in wilden Linien. Weiße Häuser und hochragende Dächer aus Stroh. Eine alte, dickköpfige Kirche krönte das Ganze.

»Das ist Garzigar«, erklärte Wilibald, indem er mit der Peitsche hinüberwies. »In der Kirche findet morgen die Trauung statt. Heute machen wir noch einen Bogen darum.«

Fridolin war entzückt von diesem alten, hochgebauten Nest, das, die mächtige Sonne zur Linken, wie eine trotzige Faust aus der Einsamkeit der Heide ragte.

»Ich bin starr«, sagte er, »Ihr habt Punkte in diesem Lande, die unbeschreiblich sind. Wenn ich Maler wäre, hier ließe ich mich nieder.«

Wilibald nickte. »Das Land ist schöner als man ahnt. Sind Dir die blauen Töne der Ferne aufgefallen? Sie verschwinden fast nie.«

»Wie Ultramarin«, sagte Fridolin.

»Die Farbe kommt von der Feuchtigkeit der Moore und von der Nähe des Meeres. ›Das blaue Ländchen‹ heißt die Gegend im Munde der Leute. An manchen Tagen ist das Blau so fabelhaft, daß man mit dem Finger hineintauchen möchte, in der Meinung, daß es abfärben müßte.«

»Sieh jetzt die Sonne hinter den Birken. Wundervoll.«