ÜBER DIE HEIDE

UNBEKANNTER DICHTER

Was für ein Mensch ist das, um dessentwillen
Du, schöne Frau, mit Mühe und voll Sehnsucht
Die Heide von Miyake überquerst?

Beschwerlich ists, durch das Gestrüpp zu wandern.
Qualvoll ist dieser Gang für Frauenlenden,
Weh, wenn dich deine Eltern sähen, Kind!

So zart wie weisses Linnen glänzt dein Antlitz,
Dein langes Haar ist dunkel wie das Innre
Der Mina-Muscheln, die das Meer ausspeit.

Ein Kamm aus Buchsbaum steckt in deinen Haaren.
Wem eilst du zu? Wer bist du, holdes Wesen?
O Götterlust, mein Weib eilt zu mir her.

Da sie die Sehnsucht nicht ertragen kann!

BANGNIS

UNBEKANNTE DICHTERIN

Ich lehne mich an deine Brust, Geliebter,
Und das Vertrauen, das ich in dich setze,
Ist so, als ob ich einem grossen Schiff
Mich anvertraute. Lang und immer länger
Denk ich an dich, so wie die Efeuranken
Hinkriechen an der Mauer, lang und länger.
O wären wir vor Unheil stets bewahrt!
Ich schlinge meinen Ärmel um die Schultern
Und stelle fromme Weihgefässe auf
Und flehe zu den Göttern, die im Himmel
Und auf der Erde walten, dass sie dir
Und mir und unsrer Liebe gnädig seien!