PRINZ NARIHIRA

Wenn nie die Blüten auf den Kirschenbäumen
Erstünden, brauchte unser Herz auch nie
Zu klagen, wenn die holden Blüten sterben.

Dir gilt mein Hass, o Mond. Denn viele Monde,
Die sich allmählich aneinanderfügen,
Berauben mich der Wonnen meiner Jugend.

Ich weine meine Ärmel feucht bei Nacht,
Sie werden feuchter als vom Tau des Herbstes,
Denn du bist fern, der meine Sehnsucht gilt.

TAGELIED EINES MÄDCHENS

PRINZ NARIHIRA

Nimm dich in acht, o Hahn, der krähend von
Der Liebe Bett uns aufscheucht! Wenn der Tag
Erschienen ist, so schleudr ich in den Rachen
Des Fuchses dich, damit er dich vertilgt.
Der du den Liebsten mir so schnell, so schnell
Entführst durch dein abscheuliches Geschrei!

LIEBESKUMMER

PRINZ NARIHIRA

Da ich am Morgen durch die Büsche ging
Des taubenetzten, herbstlichen Gefildes,
Nässt ich den Ärmel mir. Doch ganz durchfeuchtet
Ward er erst nachts von meinen vielen Tränen,
Da jene mich allein liess, die ich liebe.