DER DUFTENDE ÄRMEL

UNBEKANNTER DICHTER

Mein Ärmel duftet köstlich, da ich Blüten
Vom Pflaumenbaume pflückte. Dicht bei mir
Hebt plötzlich eine Nachtigall melodisch
Zu singen an, vom Duft herbeigelockt:
Die Holde meint, hier sei ein Baum erblüht.

DAS KOPFKISSEN

KANEMORI

O Fürst, Ihr bietet Euren Arm mir an
Als Kissen für die Nacht? Ich wag es nicht,—
Denn sicher: Eure Liebe wär verrauscht,
Bevor die Nacht noch in den Tag verrinnt;
Ich aber, recht entflammt erst, würde nimmer
Vor Liebesschmerz und Sehnsucht meine Ruhe
Zurückgewinnen,—darum quält mich nicht.

HEIMLICHE LIEBE

KANEMORI

Obgleich ich mir die grösste Mühe gebe,
Mein leidenschaftlich Fühlen zu verbergen,
Ist doch mein Angesicht so sehr verwandelt,
Dass jeder, den ich treffe, mich mit Schrecken
Befragt, welch eine Krankheit in mir wühle,
Da ich so ganz und gar verändert sei.

BEI BETRACHTUNG DES MONDES