[251] Helfert, S. 76 bis 78.
[252] S. 81 fg.
[253] Handschriftlicher Nachlaß des Frhrn. v. Pillersdorff S. 163.
[254] Wie man übrigens in Oesterreich selbst über diese Rettungsversuche urtheilt, erhellt treffend aus einem Abschnitt im 2. Bande der „Wiener Spaziergänge“ des geistvollen Satirikers D. Spitzer in Wien (Verlag von L. Rosner, Wien), der nun seit dreizehn Jahren seine makellos vaterländische Gesinnung so mannhaft nach allen Seiten bekundet hat, daß ihn eine bekannte deutsche Zeitschrift nicht mit Unrecht „das Gewissen Oesterreichs“ nannte. Spitzer sagt a. a. O. 2. Bd. S. 175:
„Die „Rettungen“ bisher verkannter geschichtlicher Persönlichkeiten sind in unserer Zeit, welcher, ungeachtet der fortwährenden Tax-Ueberschreitungen von Seite der Comfortable-Kutscher, ein hoher Sinn für Gerechtigkeit nicht abgesprochen werden kann, in auffallender Weise beliebt geworden. Kritische Forscher haben es bekanntlich sogar unternommen, nachzuweisen, daß Kaiser Tiberius eigentlich ein seelenguter Herr war und der Präsident des Obersten Gerichtshofs, Herr Ritter v. Schmerling, hat in der letzten Herrenhaussitzung dem verkannten Fürsten Windischgrätz denselben Liebesdienst erwiesen ... Der Scipio, der sein edles Herz in Wallung bringt, hat nicht Afrika erobert, sondern Gaudenzdorf und ist an der Spitze seiner Heersäulen als Triumphator über ein Dutzend erbitterter Gegner in Wien eingezogen. Muß da nicht ein Wiener, wie Herr v. Schmerling, empört sein, wenn man den Eroberer seiner Vaterstadt zu verunglimpfen sucht? Dennoch ist in einem Auszuge aus dem Helfert’schen Buche, den das Feuilleton der „Neuen Presse“ brachte, diese Schandthat verübt worden. „Was geschah denn,“ rief Herr v. Schmerling aus, „daß man Windischgrätz als Tyrannen, als Egoisten hinstellt? Nichts weiter, als daß zwei bis drei hervorragende Männer und wenige unbedeutende andere Männer hingerichtet worden sind.“ Und wegen eines so unansehnlichen Blutbades, in welchem ein proportionirt gebauter Tyrann kaum bis an die Brust waten könnte, schmäht man einen einheimischen General gleich einen Egoisten! Da pocht man immer darauf, Wien sei eine Großstadt, und wenn man dann den Maßstab einer solchen anlegt und zwei bis drei hervorragende und eine lächerlich kleine Anzahl unbedeutender Menschen abschießt, ist das gleich ein Stadtgespräch und noch nach Jahren wissen die Journalisten ihre Leser mit nichts Besserem als diesem Tratsch zu amusiren. — „Was hätte Fürst Windischgrätz Anderes thun können?“ fuhr der Lobredner des tapferen Feldherrn hierauf fort. Die Antwort, die wir auf diese schwierige Frage wüßten, ist so schlicht, daß wir sie nur mit der größten Schüchternheit niederzuschreiben wagen. Wir sind nämlich der Meinung, daß der Fürst die unglücklichen Opfer, welche er erschießen ließ, unter Anderem auch hätte nicht erschießen lassen können. Dieser einfache Ausweg ist aber wahrscheinlich dem mit Geschäften überhäuften Fürsten damals nicht eingefallen, was um so weniger überrascht, da auch sein Vertheidiger, der doch mehr Zeit zum Nachdenken hatte, nicht auf denselben verfallen ist. Es hat uns schmerzlich berührt, daß der Retter des Fürsten Windischgrätz nur der Feldherrntalente seines Schützlings gedacht hat, obwohl dieser doch als Staatsmann noch weit bedeutender gewesen zu sein scheint, denn als Feldherr. Hat man ihn doch in dem einzigen ernsthaften Kriege, in welchem er den Oberbefehl führte, im Kriege gegen die ungarische Revolutions-Armee, plötzlich abberufen, um, wie es damals hieß, „seinen Rath über wichtige innere Angelegenheiten zu vernehmen,“ und man übertrug lieber dem Baron Welden den Oberbefehl, ehe man auf die staatsmännischen Rathschläge des tapferen Feldherrn verzichtet hätte. Ob man die Rathschläge, welche er in Olmütz ertheilte, befolgte, ist nicht bekannt geworden, doch scheint es, daß er den guten Rath, den man ihm dort gab, ausgeführt hat, indem er sich auf seine böhmischen Güter zurückzog.“
[255] Einschließlich der Truppen des Banus (I. Armee-Corps) und des Grafen Auersperg (II. Armee-Corps) hatte Windischgrätz zur Verfügung 59–5/6 Bataillone, 66 Escadrons, 219 Geschütze. Die „selbstständige“ Brigade Wiß und die Armee-Haupt-Reserve ist dabei eingerechnet.
[256] St. B. S. 3660 fg. (Sitzung vom 29. November).
[257] Helfert, S. 161.
[258] Helfert, S. 175.
[259] Ebenda, S. 204.