»Den führt Scheremetjef!« Der Zar ruckte den Kopf in den Nacken. »Und was dem entläuft, will ich mit dem Dampf der Suppenkessel fangen.« »Pawel,« er wendete sich gegen einen der Diener, einen schlanken jungen Polen. »Die Küchenmeister sollen strammes Feuer unter die Kohlsuppe machen. Der nahrhafte Geruch muß auf drei Meilen in der Runde zu spüren sein.«
»Ew. Majestät sollten die Lockung nicht zu stark machen.« Pleyer kniff zwinkernd die Lider zusammen. »Der Schwede ist nicht gewöhnt, seinen Tisch mit andern zu teilen.«
»Bah! Er wird sich daran gewöhnen müssen. Und will er nicht,« Peters Gestalt dehnte sich breit, »um so besser. Narwa hab ich. Livland wird mein. Und Ingermanland. Und Karelien. Und …«
Ein seltsamer Zug trat in sein Gesicht. Erstarrend und versteinernd. Die Augen weit offen, blicklos über das Nächste in eine fremde Ferne schauend. Einzig die Lippen fuhren fort, sich zu bewegen:
»… Finnland und …«
Die Worte waren nur noch ein Raunen. Magische Beschwörungen voll brennenden Willens, schoben sie sich dunkel zwischen den zusammengepreßten Zähnen hervor:
»… Schweden. Nordland. Das Meer. Das weite Meer. Das Nordmeer. Das Meer im Süden. Konstantinopel. Schiras. Delhi.«
Vor dem nach innengekehrten Blick vollendete sich ein ungeheurer Traum.
Blind tastete die Rechte nach dem Becher. Doch sowie die Finger dessen Fuß zwischen sich fühlten, packten sie ihn mit festem Griff. Eisern spannten sich die Sehnen der Hand, hoben den Pokal und schütteten den beizenden Wein mit einem Guß in die Kehle: