»Auf …« Weyde gehörte nicht zu den Schlagfertigen, »auf dein Wohl, Väterchen.«

»Auf den Sieg, du Dummkopf! Und nun sauf!«

Die Gläser klangen und klirrten zurück auf den Tisch. Von einem zum andern hasteten die Diener. Der Zar goß den scharf gewürzten Trank gleich Wasser hinunter. Keiner seiner Gäste durfte feiern. Lauernd jagten seine Blicke hin und her. Dem Säumigen wurde doppelt geschenkt.

Die Stimmung trieb zur Ausgelassenheit. Repnin lag mehr als er saß in seinem Sessel und schwatzte laut und polternd von der Einnahme Narwas und dem Siege über die Schweden:

»Ins Meer schmeißen wir die Bande, einfach ins Meer!«

»Wir …« Weyde versuchte, ihn zu übertrumpfen, »wir …« Aber sein umnebeltes Hirn gebar nicht einen Gedanken. »Wir!« wiederholte er und hämmerte sich vor die Brust, daß es dröhnte: »Wir!«

Des Zaren Blicke flackerten. Er warf sich mit dem ganzen Körper über den Tisch, schob rücksichtslos Schüsseln, Teller, Humpen beiseite und streckte die Hände den sächsischen Generälen hin:

»Trinkt, Freunde, trinkt! Ihr werdet Zeugen eines glorreichen Sieges sein.«

»Wir wünschen nichts sehnlicher, als unserm Souverän die glückliche Viktoria der moskowitischen Waffen melden zu können,« entgegnete der geschmeidige Langen, der sich seine Nüchternheit noch ziemlich bewahrt hatte.

Der General Hallart, sein Gefährte, verstand sich weniger gut auf zierliche Rede. Er brummte bissig: »Der Flankenstoß ist die Hauptsache.«