»Horn will nichts von Unterwerfung wissen. Er rechnet mit dem Eintreffen des Ersatzes noch vor morgen, meint, daß wir von der offenen Zange gegen die Mauern gequetscht werden und uns ihm auf Gnade und Ungnade ergeben müssen.«

Krachend sauste Peters Rechte auf den Tisch. Er warf sich gegen die Lehne seines Sessels, daß sie ächzte:

»Der Witz ist köstlich. Ich werde den Grafen Horn zu meinem Narren machen; er wird mir viele heitere Stunden verschaffen.«

Schütternd stieß das Lachen aus ihm. Sein Hals färbte sich blaurot, die Adern an den Schläfen schwollen zu dicken Strängen:

»Wein! Branntwein!« schrie er gurgelnd.

Eilfertig sprangen die Ordonnanzen herbei und füllten den weiten, tiefen Becher des Zaren mit dem von ihm geliebten Gemisch von Wein, Branntwein und Pfeffer.

»Da, komm her!« Peter winkte Weyde. »Du hast eine Stärkung verdient.« Er hielt ihm den Kelch hin.

Der General griff danach.

»Halt!« Der Zar fiel ihm in den Arm: »Worauf wirst du trinken?«