Dem Zaren, der mit dem General Repnin, den sächsisch-polnischen Abgesandten Langen und Hallart und dem österreichischen Geschäftsträger Pleyer bei Tafel saß, stieg die Röte der Überraschung brennend ins Gesicht:

»Das nenne ich Vernunft. Der Mann spart mir Mannschaften. Ich werd's ihm lohnen. Er ist mit Auszeichnung zu behandeln.«

Der große, breitschultrige General Weyde, der den Unterhändler in Empfang genommen hatte, machte ein ziemlich betretenes Gesicht. Er kannte die tobend ausbrechende Heftigkeit seines Herrn, wenn diesem etwas wider den Strich ging, und er, der sich in der Schlacht dem ärgsten Kugelregen ohne Wimperzucken aussetzte, wurde blaß bei dem bloßen Gedanken, er könne zur Ursache einer der fessellosen Rasereien des Zaren werden.

Sein verlegenes Schweigen ließ Peter stutzen. Blick und Stimme wurden scharf:

»Oder bist du anderer Ansicht, Adam …?«

»Der Graf … die Schweden …« Weydes Atem ging hörbar.

Peters Augen traten fast aus ihren Höhlen. Sie ließen den armen General nicht los.

Über dessen dickes, rotes Gesicht zogen zwei helle Tropfen ihre glänzende Bahn. Er schwitzte vor Angst.

Und niemand kam ihm zu Hilfe, bis endlich Pleyer, halb und halb den Zusammenhang erratend, hinwarf, die Einladung des schwedischen Befehlshabers sei wohl anders zu verstehen.

Dieser Beistand gab Weyde seine Fassung wieder.