»Um so besser. Diesem Reiz wird der Zar am ehesten erliegen,« entschied der Großinquisitor.
Ein unterdrücktes Kichern erscholl.
»Was hast du?« Der Fürst bohrte der Finnin die Hacken in die Seiten, daß sie ächzte.
»Ach, nichts, Väterchen, es entfuhr mir nur so.«
Er hob drohend die Faust: »Ich kenne dich, die Bosheit hat aus dir gelacht.« –
Wenige Tage später gab die Admiralität dem Zaren vor seiner Ausreise zum Heer ein Abschiedsfest. Es war ein üppiges Mahl. Ein Gericht drängte das andere, und alle Arten von Wein und Branntwein wirbelten in hirn- und sinnverwirrendem Wechsel durcheinander. Der Abend war schon weit vorgerückt und noch stand das Hauptgericht aus. Sechs Grenadiere trugen es auf einer eigens geflochtenen Unterlage aus Weidenruten herein.
Eine riesige Pastete.
Die Kunst des französischen Koches hat das mächtige Gebäck mit allerlei sinnigen Bildern verziert. Da waren die Zimmermannsaxt und der Kompas, der Anker, flammende Herzen und schnäbelnde Tauben. Dies alles aber bildet nur den Rahmen zu dem Mittelstück: einer überzuckerten Darstellung von Leda und dem Schwan. Die Leda auf der Pastete war jedoch keine Griechin. Und über dem göttergleichen Schwan schwebte die Krone des heiligen Wladimir: der Zar befruchtete Rußland.
Peters weingerötetes Gesicht glühte: er war nicht abgeneigt, seinen Russen den Willen zu tun. Mit einem einzigen Schnitt öffnete er die Pastete.