Doch der Kammerherr Naryschkin lobte den Rat, und der Großinquisitor stimmte ihm bei.

»Aber welches Weib,« setzte er mit einem Stoßseufzer fragend hinzu, »wird es fertig bringen, das livländische Herz auszustechen?«

Eine grelle, hohe Stimme rief spitz: »Ich!«

»Wer?« Der Großinquisitor sucht mit den kurzsichtigen Augen.

»Die Afranisja,« erläuterte der Kammerherr. »Das Mädel hat wahrhaftig den Teufel im Leibe.«

Der Fürst grollte: »Hört nicht auf das Geschwätz. Sie ist unsinnig.«

Die dunklen, flinken Augen der Finnin schossen böse Blitze zu ihrem Herrn. Sie schob tückisch die breite, aufgeworfene Lippe vor: »Ich bin nicht unsinnig.« Es klang wie das Knurren eines gereizten Hundes.

»Unsinnig nicht,« der Senator Apraxin hatte sie prüfend beaugenscheinigt, »aber zu mager. Der Zar schwärmt dafür nicht. Warte noch ein paar Jährchen, Dingelchen, vielleicht machst du dann dein Glück. Vorerst muß uns eine andere den Dienst leisten.«

Naryschkin schmunzelte: »Die Frau des Dschentschiks Tschernitscheff ist jung, sehr hübsch und,« er dehnte die Worte, »gefällig. Auch ist sie ein dankbares Gemüt und bleibt alten Freunden treu. Bei Hofe ist sie kaum bekannt. Wenn sie dem Zaren in geeigneter Weise vorgeführt würde …«

»Sie trägt sich zu französisch,« mäkelte Lapuchin.