Langsam kam sie an den Tisch, stützte die Hände auf, blickte von einem zum andern. Ihre Augen funkelten.
Leicht beugte sie sich vor.
»Seid Ihr nun fertig mit Eurer männlichen Kunst, ihr Männer? Weiß euer Witz nicht weiter?« Ihre Stimme wurde hart: »Ihr versteht nur zu siegen, wenn ihr den Gegner schlagen könnt.«
»Und noch eins verstehen wir, Gossudarina,« Menschikoff sprach, »wir verstehen zu sterben.«
»Sterben,« Katharina hielt seinen Blick fest, »es wäre besser, Alexander Danilowitsch, du sagtest, wir verstehen zu leben. Aber das,« ihre Hand zog einen Kreis, der weit über die Gegenwärtigen hinausdeutete, »versteht ihr Männer nicht. Ihr wißt ja auch nichts,« tiefer Schmerz dunkelte ihre Worte, »vom langen Tragen und Reifen. Ihr vernichtet in einer Stunde mehr Leben, als wir in Jahren unter Weh gebären und großziehen. Wahrlich, ihr verdientet, daß ihr erleidet, was ihr so oft über andere gebracht habt.«
»Unsinniges Geschwätz!« Peter war aufgesprungen, breit ihr gegenüber, »wenn du nichts Besseres weißt, scher dich zum Teufel.«
Voll Hoheit richtete sich Katharina auf:
»Ich weiß Besseres. Ich habe versprochen, daß alle heimkommen, und ich halte mein Versprechen.«
Der Zar faßte sich mit taumelnder Gebärde an die Stirn: »Willst du stärker als mein Heer sein?«
»Ich bin es.«