»Was hast du vor?«
»Euch loszukaufen.« Sie zog die Schultern hoch, warf den Kopf in den Nacken: »Von einem Manne.«
Der Ausruf schlug gleich einer Bombe ein. Alle fuhren von ihren Sitzen auf, drängten zu ihr hin. Die Stimmen wirrten durcheinander:
»Der Großvezier hat den Sieg in der Hand, er ist nicht der Narr, sich ihn abhandeln zu lassen! – Seine Furcht vor der seidnen Schnur ist größer als seine Habgier! – Im ganzen Lager ist nicht so viel, wie wir ihm wert sind!«
Katharina lächelte in den Sturm.
Aus ihren Haaren löste sie das funkelnde Diadem, ein Geschenk des Zaren zur Einsegnung ihrer Verbindung, streifte den Schmuck vom Halse, die Armbänder von den Handgelenken, die Ringe von den Fingern und warf die funkelnde Pracht auf den Tisch.
»Gebt! Gebt!« Sie streckte die Hände aus.
Von allen Seiten flogen ihr die Schätze zu. Blitzende Agraffen, kostbare Dosen, edelsteinbesetzte Dolche. Beutel und Börsen öffneten sich und rollten ihr Gold auf den Haufen. Aus dem Lager wurde herbeigeschafft, was nur von Wert war. Verzierte Zaumzeuge und Wehrgehänge, getriebene Becher, silberne Steigbügel, goldene Sporen.
Ein Berg türmte sich vor ihr auf. Schimmernd, gleißend, lockend.