Er wollte nicht sehen, wo Blindheit wohltat.
So fest er aber die Augen verschloß, die Ohren ließen sich nicht verstopfen. Was er sich auszusprechen scheute, mußte er hören. Es war, als habe die Welt sich gegen seinen guten Willen verschworen. Aus jedem Gespräch schlug ihm das Wort Ketzerin entgegen. Es war kein Zufall. Afranisjas Bekehrung, die sie überall als des Zarewitschs Werk pries, hatte begreifliches Aufsehen erregt. Was Wunder, daß die nahen und die fernen Freunde, die Gläubigen wie die Spötter zu allerhand Vergleichen sich angeregt fühlten. Sie fielen nicht zugunsten der Prinzessin aus. Alexei mußte manche bittere Bemerkung über ihr unentwegtes Luthertum hinnehmen. Und er war so wenig dazu geschaffen, standhaft zu ertragen. Jeder solcher Aussprüche wurde ihm zum Vorwurf. Er war der Lässige im Glauben, der Ungetreue an seinem Volke. Er hatte dem Fremden aufs neue aus Schwachheit ein Tor geöffnet.
Zarin Eudoxia
Nach einem zeitgenössischen Gemälde
Graf Ostermann
Nach einer Lithographie von Langlume
Buße. Buße.
Er fastete, er kasteite sich. Er zog sich von seiner Gattin, er zog sich von seinem Vater, von Katharina zurück. Deren Güte, Peters Freundlichkeiten erschienen ihm jetzt als Fallstricke des Teufels, gelegt, um seine Seele, um Rußlands Seele zu fangen. Pater Ignatiew hielt wieder seinen Einzug bei ihm und mit ihm das abgekehrte, grübelnde, mönchische Wesen.
Fürst Romodanowski
Nach einer Lithographie von Langlume