»Ich bin eine Mutter, die an ihre Kinder denkt.«
Die feine, den Sinn vertiefende Betonung, die sie ihren Worten gab, entging Peter nicht. Er nickte: »Allmütterchen!« Scherzend neigte er sich zu ihr, da gewahrte er, wie sie erblaßte, ihre Züge sich spannten, er fuhr herum und sah eben noch die kleine zierliche Gestalt der Fürstin Galizin in der Tür, die sich unhörbar hinter ihm geöffnet hatte, verschwinden.
Sofort war seine Eifersucht rege:
»Was hat sie?« forschte er heftig.
Katharina hatte sich erhoben, ihre Brauen waren ärgerlich zusammengezogen: »Sie ist eine ungeschickte Närrin!« Hastig wollte sie an ihm vorüber.
Er hielt sie auf, legte seinen Arm auf den ihren: »Ich begleite dich.«
Ein Zittern rann über sie hin. Sie mühte sich einen heiteren Ton ab: »Frauenangelegenheiten, die dich nur langweilen.« Sie suchte an ihm vorbei zur Türe zu kommen.
Ehe es ihr gelang, ging diese auf und der Kanzler trat über die Schwelle.
Katharina stockte der Fuß, sie wurde bleich bis in die Lippen: es gab nichts mehr zu verheimlichen. Das Unheil, das sie ihrem Gatten hatte verbergen wollen, war ruchbar geworden. Die unverhohlene Schadenfreude in dem verknitterten Gesicht Schafirofs sagte es ihr deutlich.