Katharinas Herz krampfte sich vor Weh zusammen. Aber sie unterdrückte ihren Schmerz: hier half nicht Mitleid, hier tat Stärke not. Sie ließ den Blick nicht von ihm:
»Ich bin gekommen, dich an deine Pflicht zu erinnern.«
Er antwortete ihr nicht. Mit einer trostlosen Gebärde wies er auf das verwaiste Bett.
Sie trat an seine Seite, schlang den Arm um seine Schultern:
»Über den einen Sohn darfst du der vielen nicht vergessen, die deiner Sorge bedürfen. Das Reich wartet auf dich.« Sanft suchte sie ihn mit sich zu ziehen.
Er entwand sich ihr müde. Sie machte keinen Versuch, ihn zu halten: »Wenn dich in deinem Innern nichts zu deiner Aufgabe zwingt, ich vermag es nicht,« sagte sie scharf. »Aber notleiden soll sie nicht unter deiner eigensüchtigen Abkehr. Der Senat ist versammelt. Auf meinen Befehl.« Ihre Stimme wurde hallend: »Und er wird noch in dieser Stunde deinem Nachfolger den Treueid leisten.«
Ein Zucken lief durch die grauen verstumpften Züge Peters. Wie erwachend fragte er: »Wem?« Und in schmerzlicher Klage: »Soll ein Kind mein Werk vertun?«
Katharina richtete sich hoch auf vor ihm: »Ich stehe für dieses Kind.«
Er sah sie an, fragend, forschend. Und hatte sich wieder gefunden: