Die Flügel schlugen auf.
Katharina trat ein.
Die um den mächtigen Tisch Versammelten sprangen von den Sitzen. Verwirrung, Bestürzung in aller Mienen. Nur Menschikoff hatte sich nicht erhoben. Aber die Hand, die den Stuhlgriff umspannte, zitterte leicht.
Langsam ließ Katharina ihre Blicke wandern. Auf jedem einzelnen der Anwesenden blieben sie haften, als wollten sie sich sein Bild unauslöschlich einprägen.
Ein unbehagliches Gefühl.
Der alte Fürst Dolgorucki schüttelte es am ehesten ab.
»Wir haben uns zusammengefunden, um zum Wohle des Vaterlandes …«, begann er unsicher.
»Zu beraten,« schnitt Katharina ihm das Wort ab. »Aber wie ich höre, seid ihr uneins, meine Kinder. Was der eine wünscht, ist dem andern entgegen. Die einen möchten mir Vorschriften machen, die andern erwarten, daß ich welche gebe. Ich werde weder dies tun, noch jenes dulden. Ich werde ausführen, wozu ich vom Zaren bestellt bin: euch den Kaiser zu erziehen!«
»Wann hat der Zar dies bestimmt? – Wo? – Sein Testament! Sein Testament!« schrie es aufgeregt durcheinander.