»Ja, Fürst Menschikoff, ich will nach Hause, und ich gehe nach Hause.« Damit machte sie sich los von dem Störenden.

Noch einmal erreichte sein Ruf ihr Ohr: »Majestät irren! Majestät müssen umkehren!«

Etwas wie Ungeduld über den Unverstand faßte sie, sie entgegnete ruhig, und es waren beinahe dieselben Worte, die sie vor langen, fast vergessenen Jahren zu ihm gesagt hatte:

»Mein Zuhause liegt vor mir.«

Langsam, ganz langsam entfernte sie sich von ihm, der sie nicht mehr zu halten wagte, auf den weißschimmernden Pfaden, zwischen den von hellem Glast überronnenen Büschen und verschwand in der leuchtenden Nacht. –

Am andern Morgen kauerte sie fiebernd in ihrem Bette.

Menschikoff erschien zum Vortrag, und wie stets, lautete seine erste Frage nach der Begrüßung:

»Was belieben Ew. Majestät zu trinken?«

Eine unwillige Bewegung wies ihn ab: »Dein Rausch ist gemein!« Katharina lehnte sich in die Kissen, bog den glühenden Kopf zurück: »Ich hatte mir viel Lust gesonnen,« sie sprach halblaut, mehr zu sich, wie zu dem von ihrem Ton seltsam angerührten Hörer, »in Palästen, an goldbedeckten Tafeln, unter Kronen. Ich bin zur Wahrheit erwacht. Nichts gilt,« sie hob sich gegen Menschikoff auf, ihr Gesicht war dicht vor seinem in Bestürzung erstarrten, »nichts gilt als unser Herz.«