Sie hob die Lider zu einem kühlen, beherrschten Blick: »Wenn er es fertig bringt, mich anzurühren.«

Stärker brannte das Rot in seinen wettergebräunten Wangen.

Sie zog die Oberlippe zurück, ihre Nasenflügel bebten leise:

»Aber du gefällst mir. Und darum will ich dir helfen.« Sie sprang mit beiden Füßen zugleich auf den Boden, trat rasch auf ihn zu und tippte mit spitzen Fingern auf die Tressen und Verzierungen seiner Uniform. »Damit jetzt im Lande herum zu kutschieren, ist gefährlich. Ich werde dir etwas anderes geben.« Aus einer Truhe, die neben dem Ofen stand, holte sie Rock, Hemd und Hose: »Meines Bruders Sonntagsstaat. Er wird wüten, wenn er es erfährt. Pah,« sie schnippte mit den Fingern, »ich lache ihn aus. Wütende Menschen haben keinen Kopf. Da,« sie warf dem Gaste das Bündel zu, »zieh dich um.«

Peter hatte sich erhoben. Er kam sich vor wie ein gescholtener Junge. Es war kein sehr erhebendes Gefühl. Unsicher schob er den Kleiderpacken von einem Arm auf den andern.

Die Kleine maß ihn verwundert: »Worauf wartest du noch? Zieh dich um. Meinst du, ich wüßte nicht, was ein Mann ist?« Sie lachte hell, girrend: »Ich tue dir nichts.«

»Weibsbild!« Die Kleider flogen auf den Boden. Da war kein Junge mehr. Der versank in dem Manne. Ein Brennen und Sieden rann durch Peter hin. Der starke Körper zitterte in Begier.

Kopfschüttelnd, ohne ihn aus den Augen zu lassen, wich das Mädchen ein paar Schritte zurück:

»Ich habe geglaubt, die Herren seien feiner als die Bauern, aber nun sehe ich, daß es genau solche Tölpel sind.«