Tausend Lichter. Und widerstrahlend der weiche, warme Schimmer in den hohen Spiegeln rings im Saale. Flirrend der Glanz. Schmeichelnd fließt er um diademgeschmückte Stirnen, über weiße, leuchtende Nacken und wogende Busen. Diamanten blitzen, Ordenssterne funkeln. Die breiten blauen, orangenen, roten und grünen Ritterbänder über den Uniformen und den Diplomatenfräcken glühen, und die rauschenden Schleppen, die weiten malven- und topasfarbenen Röcke, die knisternden Seidenspenzer und die Samtmieder der Damen gleißen auf in dem spielenden Schein.

Tanz. Hell und lockend die Geigen. Jubelnd die Flöten. Dunkel und zärtlich die Klarinette. Dumpf, stöhnend in Sehnsucht die Oboe.

Ein Wiegen und Schmiegen der Paare. Leicht die Schritte, behende die Füße. Ein Suchen und Fliehen, ein Meiden und Sichfinden.

Heiß die Hände, glühend die Wangen. Schneller der Puls, rascher der Atem.

Jauchzend steigt die Woge der Lust.

Alexander Menschikoff schwimmt mit ihr, läßt sich tragen, hoch hinauf, hin zur Erfüllung kühnster Träume.

Seine schlanke, sehnige Gestalt ist überall. Eben noch im heiteren Geplänkel mit der schönen Mons, der kleinen Freundin des Zaren, gleich darauf im Gespräch mit Campredon, dem französischen Gesandten. Die Spitzen der Sloboda, der Ausländervorstadt von Moskau, hatte er zu Gaste gebeten. Den holländischen Residenten, die deutschen Kaufherren, die französischen Emigrierten, die Anhänger des schottischen Prätendenten, die Führer der polnischen Dissidenten, alle, die ihre Zukunft an die Zukunft Rußlands geknüpft haben und die helfen werden, sie zu bauen.

Heute gilt es, den ersten Sieg der neuen Herrschaft zu feiern. Den nahen Sieg.